Künstlerin und Restaurantlegende: Ingrid Wiener stellt bei Barbara Wien aus

Der Ausstellungstitel „Gobelins, Films and Dreams“ verspricht viel, vergisst aber die „Music“, die in Ingrid Wieners Einzelausstellung in der Galerie Barbara Wien ebenfalls zu hören ist. Unter dem Künstlernamen Monsti Wiener hat die Künstlerin seit Mitte der 1970er-Jahre immer wieder Schallplatten mit soft-punkiger Musik eingespielt, etwa Lieder des Lyrikers Konrad Bayer, die sie 1985 gemeinsam mit den Kellnern des Kreuzberger Restaurants „Exil“ aufgenommen hat. Dieses Restaurant hat Wiener zusammen mit ihrem Mann, dem Schriftsteller und Kybernetiker Oswald Wiener, und dem späteren Betreiber der Paris Bar Michel Würthle geführt.
Ingried Wieners Videoarbeiten und Traumzeichnungen
Gemeinsames Arbeiten ist ein wichtiger Moment ihrer Kunst. So hat sie gemeinsam mit dem Fluxus-Künstler Dieter Roth an experimentell-collagenartigen Gobelins gearbeitet. Mit Roth wechselte sie 1988/89 auch „Videobriefe“, in denen sie sich mit ihm unter anderem über ihren Alltag in Kanada austauschte. Wiener lebte damals mit ihrem Mann im kanadischen Dawson City. Dort entstand der Film „Yukon Quest“, 1986, an dem sie mit ihrer Künstlerfreundin Valie Export und ihrem Mann arbeitete.
Der Film, ein Höhepunkt von „Gobelins, Films and Dreams“, zeigt ein Schlittenhunderennen in der vereisten Landschaft Kanadas und nimmt dieses zum Anlass, Themen wie Künstlichkeit der Natur sowie Kapitalismus als Kultur zu reflektieren. Neben Musik, Gobelins und Videos zeigt die überzeugende Ausstellung Zeichnungen, in denen Wiener versucht, ihre Träumen bildhaft darzustellen. Hingehen!