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Ewiger Widerspruch USA: Joel Sternfeld in der Buchmann Galerie

Kann die amerikanische Landschaft noch von Hoffnung erzählen? Der Fotograf Joel Sternfeld blickt auf ein Land zwischen Weite, Alltag und politischen Umbrüchen
Text: Claudius Kesseböhmer
Veröffentlicht am: 25.03.2026
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Joel Sternfel, „Space Center Houston“, Houston, Texas, 1979. © Courtesy Buchmann Galerie und der Künstler

Der New Yorker Fotograf Joel Sternfeld fragte sich Ende der 1970er-Jahre, ob die amerikanische Landschaft nach den politischen Umbrüchen der vorangegangenen Jahrzehnte noch immer ihre sagenumwobene Schönheit zeigen könne. Das Resultat war die Fotoserie „American Prospects“. Auszüge daraus, um eigene bislang ungezeigte Bilder ergänzt, sind aktuell in der Buchmann Galerie zu sehen.

Sternfelds Bilder kontrastieren häusliche, friedliche Milieus im Bildvordergrund immer wieder mit den Weiten der Vereinigten Staaten. Der Horizont dominiert die Bildmitte, überschattet beinahe die sorgfältig und distanziert eingefangenen Szenen in der Neubausiedlung oder im Hintergarten. Menschen sind eher Teil der Komposition als eigene Subjekte, wie etwa Touristen am Hoover-Damm – Sternfeld fotografiert sie mit Abstand und in Rückenansicht. Auch auf den wenigen Frontalaufnahmen unter den insgesamt 16 Ausstellungsstücken überwiegt die Landschaft, hinter einem Sektenmitglied erstreckt sich der Rio Grande.

Die Gegenstände, die Sternfeld abbildet, mögen sich von heutigen unterscheiden, die Umstände aber ähneln sich. Eine eindrucksvolle Aufnahme zeigt einen mit Hausrat beladenen Pick-up-Truck, mit dem Motiv zitiert Sternfeld Fotos aus der Wirtschaftskrise der 1920er-Jahre. Anderswo bilden Fotografien eines Spaßbads und industriell abgerüsteter Landschaften die Widersprüchlichkeit der „red states“ ab, die trotz ihrer Wirtschaftssituation Republikaner um Republikaner wählen. Ob Reagan oder Trump, der ersehnte Aufschwung bleibt aus.

Buchmann Galerie Charlottenstr. 13, Kreuzberg, Di–Sa 11–18 Uhr, bis 21.3.


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