Der Kunstverein Tiergarten startet in Lichtenberg neu

Sammeln bedeutet, Dinge zu bewahren mit Konzept. Das unterscheide das Sammeln vom simplen Speichern, meinte die Kunstsammlerin Leah Stuhltrager Anfang Mai in der rk-Galerie des Bezirks Lichtenberg bei dem Symposium zur Ausstellung „Critical Friends“. Es bildete den Auftakt vom neuen Programm des Kunstvereins Tiergarten. Dem hatte Ende 2025 nach über zwei Jahrzehnten in Moabit eine vom Bezirk Tiergarten eingesetzte Jury die weitere Nutzung der kommunalen Galerie Nord entzogen. „Die Entscheidung war durchaus frustrierend“, sagt Julia Heunemann, die mit Ulrike Riebel 2026 die künstlerische Leitung des Vereins übernommen hat. Für diesen spricht, dass er schnell einen anderen Ort fand: Er ist Gast im ehemaligen Ratskeller in der Möllendorffstraße. „Es ist eine tolle Chance für den Kunstverein Tiergarten, weiterhin sichtbar zu sein. Der Raum ist super, wir freuen uns auf die neue Nachbarschaft“, sagt Riebel.
Großes Thema ist nun das Sammeln von Kunst und Nichtkunst. „Wir zeigen unterschiedliche Perspektiven, fragen, was Sammlungen sind und was sie etwa von einem Archiv unterscheidet“, sagt Riebel. Dass man vieles sammeln kann, macht das wachsende Schaudepot deutlich. Es enthält unter anderem ein Objekt des Künstlers Theo Jansen, aber auch einen Barockstuhl und abfotografierte Pressebilder aus Liberia. Hinzu kommen Arbeiten zum Thema in der Schau „Critical Friends“: von Sam Auinger, Ingo Gerken, Julia Lübbecke und Katharina Reich (Abb.). Nachbar:innen und Besucher:innen sind eingeladen, für das Depot eigene Objekte zu bringen.