ABO
KunstTipPlus Logo

Kunstwort: Buhrufe

Dem Kunstbetrieb könnte mehr Protestbereitschaft gut tun, findet unsere Kunstkritikerin Claudia Wahjudi.
Text: Claudia Wahjudi
Veröffentlicht am: 26.03.2026
Home » Kultur » Kunst » Kunstwort: Buhrufe

Drei feine Feiern sah der Berliner März. Der Projektraum After The Butcher hatte 20. Geburtstag, über 200 Künstler:innen gaben Arbeiten für die Festschau. Endmoräne, der Verein Berliner und Brandenburger Künstlerinnen, die jedes Jahr in verfallenden Gebäuden Kunst entwickeln, feierte 35-jähriges Jubiläum. Welche Ausdauer, welch Engagement bei beiden, und ja, gestützt in all den Jahren auch von öffentlichem Geld. Und in Zukunft? Im März erhielt Meredith Monk den Kunstpreis Berlin, dessen Förderung der Senat halbiert hatte. Die ihn vergebende Akademie der Künste teilte mit, sie habe die Differenz beglichen. Und protestierte scharf.

Protest bleibt wichtig, auch wenn dieser einzelne verhallen mag. Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson muss sich vor dem Untersuchungsausschuss zur Fördergeldvergabe ihres Hauses im „Kampf gegen Antifaschismus“ verantworten, ihr Chef Wegner hat eine Stromausfall-Affäre, im September wählt Berlin. Dass Protest aber wirkt, zeigte sich bei Wolfram Weimers Drohungen gegen die Berlinale-Chefin und seinen Absagen beim Buchhandlungspreis. Es hagelte Protestnoten, auf der Eröffnung der Buchmesse wurde er ausgebuht. So angezählt war noch kein Kulturstaatsminister. Von der gut organisierten Schlagkraft der Film- und Wortbranchen kann der hoch individualisierte Kunstbetrieb viel lernen. Nächstes Jahr ist Documenta.


Mehr zum Thema

Die große Übersicht zu aktuellen Ausstellungen in Berlin – mit neuen Tipps und letzten Chancen. Noch mehr findet ihr im Kunst-Programm in Museen, in Galerien und an anderen Orten. Live dabei: Hier ist das Programm für die Bühnen und Theater in Berlin. Immer auf dem Laufenden bleiben: Zur tipBerlin-Newsletter-Anmeldung geht’s hier. Neue Texte und Rezensionen findet ihr in unserer Kunst-Rubrik

Das könnte dich auch interessieren