Kultur

Kunstkopf: Eun Nim Ro

Eun Nim Ro
tip Sie leben seit 39 Jahren in Deutschland. Hat das Ihre Kunst verändert?
Eun Nim Ro Ja, die Sehnsucht und das Heimweh nach Korea haben sich niedergeschlagen. Auch verwende ich Maulbeerpapier, das aus meiner Heimat kommt. Aus diesem Reispapier entsteht in Korea alles Mögliche, Tapeten, Lampen, Fußböden. Es ist ein Material, das atmet.
tip Was ist das Besondere beim Malen auf Maulbeerpapier?
Eun Nim Ro Ich kann so sein, wie ich bin. Wenn mir etwas nicht gefällt, kippe ich einen Wassereimer drüber und sehe das Bild am nächs­ten Tag an. Womöglich ist das dann der Hintergrund für etwas Neues. Man kann die Bilder auch beidseitig aufhängen. Das Malen ist ein Prozess. Ich drehe das Bild so lange am Boden, bis es mir gefällt. So werden beide Seiten bearbeitet.
tip Ihre Fabelwesen bestehen aus wenigen, prägnanten Strichen und kräftiger Farbgebung. Ist Ihnen von Anfang an die Konzentration auf das Wesentliche, Archetypische wichtig?
Eun Nim Ro Ja, ich male spontan. Wenn ich ein Konzept habe, komme ich nicht voran. Es würde mit Konzept nicht gelingen, das Mythologische zum Leben zu erwecken.

Nachgefragt: Andrea Hilgenstock
Foto: Galerie

Eun Nim Ro „Malerei auf Maulbeer­papier 2009“,
Galerie Horst Dietrich, Giesebrechtstraße 19,
Mi-Fr 14-19 Uhr, Sa 10-15 Uhr, bis Sa 5.12.

weitere Artikel zu der Serie „Kunstkopf“:

 

Mehr über Cookies erfahren