• Kultur
  • Lead-Award für FreundevonFreunden

Kultur

Lead-Award für FreundevonFreunden

Freunde_von_Freundentip Herzlichen Glückwunsch zum Lead Award.
Tim Seifert Danke. Zweiter Platz, wir sind sehr glücklich.

tip Sie besuchen die Berliner Kreativszene zu Hause. Wie schaffen Sie es, dass die Menschen Sie in ihre Privat­sphäre lassen?
Seifert Entweder sind sie Freunde von uns oder eben Freunde von Freunden, wie es der Name sagt. In jedem Fall sprechen wir sie über persönliche Kontakte an. Wir wahren ihre Privatsphäre und geben niemals Adressen bekannt. Und wir haben Respekt vor den Menschen, die wir zeigen, weil wir sie für interessant halten und ihre Arbeit schätzen.

tip Sagen viele Nein?
Seifert Am Anfang haben wir viele Absagen bekommen, mittlerweile jedoch kaum noch.

tip Geht es um die Menschen? Um die Inneneinrichtung?
Seifert Durch die Wohnungs­einrichtung bekommt man ein authentisches Gesamtbild von den Personen. Wir machen uns sehr genau Gedanken darüber, wen wir für das Magazin auswählen. Wenn der Mensch interessant ist, dann funktionieren auch die Fotos. Das ist weniger ein voyeuris­tisches Interesse als das Interesse Mensch an Mensch: Ich will wissen, wie ein anderer Mensch lebt.

tip Die Wohnungen wirken authentisch, aber auch schön. Werden sie extra umgeräumt?
Seifert Nicht von uns. Wir wollen belebte Wohnungen zeigen, keine statischen, wie die meisten Interiormagazine. Ich kenne Leute, die schon mit ihrer Wohnung in der „AD“ waren, und die sagen, das Team war eine Woche bei ihnen zu Hause und hat alles inszeniert. Wir dagegen tauchen kurz in den Alltag der Personen ein. Ailine macht alle Bilder frei aus der Hand, das dauert nur eine Stunde.

tip Haben Sie das Konzept der Street-Style-Blogs auf den Interior-Bereich übertragen?
Seifert Nein, wir distanzieren uns eher von diesen Blogs, weil wir einen viel höheren gestalte­rischen Anspruch haben und mit den Fotos und Interviews ein Gesamtporträt von den Personen machen. Ein Vorbild für uns war eher der amerikanische Interiorblog „The Selby“, den
wir zu einem richtigen Magazin weiterentwickelt haben.

tip Wollen Sie Stilvorbild sein?
Seifert Wir versuchen schon, Inspiration zu liefern. Deshalb zeigen wir auch viele Detailfotos, beispielsweise von Magazinen und Bücherstapeln, und wir bekommen Feedback von Menschen, die sagen, das finde ich spannend, wie der seine Lektüre arrangiert hat.

tip Gibt es Überraschungen?
Seifert Vor Kurzem waren wir in der Wohnung von Günther Stelly, dem Chefdesigner der Krawattenmanufaktur Edsor Kronen. Er wohnt im Westend und hat eine 300 Stück starke Sammlung an Ming-Vasen. Da hat man das Gefühl, man betritt einen chinesischen Palast.

tip Wie ist die Idee entstanden?
Seifert Ich bin beim Design-Studio NoMoreSleep für Marketingkonzepte zuständig. Wir arbeiten viel im Bereich der digitalen Kommunikation und ich habe mit dem Gründer von NMS, Frederik Frede, überlegt, wie wir unsere Kompetenzen und Ressourcen mit einem eigenen Projekt abbilden können. FreundevonFreunden war anfangs eine Herzensangelegenheit, wird aber mit der Zeit professioneller, größer und somit auch zeitaufwendiger.

tip Würden Sie sich in Ihrer Wohnung fotografieren lassen?
Seifert Klar, denn ich habe selbst auch viel Liebe und Herzblut in meine Einrichtung gesteckt.

Interview: Stefanie Dörre

Foto: Oliver Wolff

www.freundevonfreunden.com

 

Interview mit Mirco Aretz (Kickerlounge „Platzwart“): „Kickern ist spannender als Tanzen im Club“ – Die Kickerlounge „Platzwart“ in Kreuzberg

 

Mehr über Cookies erfahren