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Literatur

African Book Festival 2026: Highlights aus dem Programm

Am letzten Mai-Wochenende wird das Theater Aufbau Kreuzberg zur Bühne der afrikanischen Literatur
Text: Claudius Kesseböhmer
Veröffentlicht am: 22.05.2026
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Mit dem African Book Festival holt der Interkontinental e.V. jedes Jahr Literatur und Autor:innen aus Afrika auf die Bühne © Jörg Kandziora

„Welcome to the club“ – das African Book Festival hat in diesem Jahr das Publikum mit an Bord geholt, um sein Programm zusammenzustellen. Knapp 20 Buchclubs haben teilgenommen. Seit 2018 stellt das Festival jährlich (mit Corona-Unterbrechung 2020) Literatur aus Afrika sowie in Deutschland lebende und arbeitende Schriftsteller:innen aus der afrikanischen Diaspora vor. Dahinter steht der Verein Interkontinental, der auch eine Buchhandlung in Friedrichshain betreibt.

Am Festival nehmen 23 afrikanische, afro-diasporische und afro-deutsche Autor:innen teil. Ein Großteil der Veranstaltungen und Lesungen findet auf Englisch statt, einige ausgewiesene Gespräche werden aber auch auf Deutsch gehalten. Das African Book Festival 2026 findet vom 29. bis 31. Mai im tak Theater Aufbau Kreuzberg statt. Über das ganze Wochenende bietet das African Book Festival ein reichhaltiges Programm, bei dem man schnell den Überblick verlieren kann. Damit euch das nicht passiert, stellen wir hier die Highlights aus dem Festivalangebot vor.

The Winner Takes It All

Das Thema dürfte leider vertraut sein: Wie frei können Autor:innen arbeiten, wenn der gesamte Kulturbetrieb den finanziellen Gürtel enger schnallen muss? Wie wichtig sind Literaturpreise, wenn die Verkaufszahlen alleine nicht reichen? Für das Panel „The Winner Takes It All“ redet darüber unter anderem die südafrikanische Bestsellerautorin Dudu Busani-Dube, deren „Hlomu“-Reihe erfolgreich verfilmt wurde. Ihre Landsfrau Karen Jennings, die mit dem Roman „Crooked Seeds“ für den Women’s Prize for Fiction nominiert war, und der kenianische Autor und Preisjuror Troy Onyango sind ebenfalls mit von der Partie.

30.5., 10.30–11.30 Uhr


Meet the Writer(s)

Neben den Lesungen und Workshops wird es am Samstag die Möglichkeit geben, Autor:innen im direkten Gespräch kennen zu lernen. Dazu gehören in diesem Jahr unter anderem Dudu Busani-Dube, A. Igoni Barrett aus Nigeria (sein erster Roman „Blackass“ wurde in der Presse als „Kafka mit Augenzwinkern“ gefeiert) und Tete Loeper, die vor dem Völkermords an den Tutsi in ihrem Geburtsland Ruanda floh und mittlerweile in Deutschland lebt und arbeitet.

30.5., Dudu Busani-Dube: 13–14 Uhr, A. Igoni Barrett: 15–16 Uhr, Karen Jennings: 16.30–17.30 Uhr, Tete Loeper: 17.30–18.30 Uhr


Literaturquartett/The Literary Talk

Zum Abschluss des Festivalsamstags belebt die Diskussion über die „Must Reads“ des Jahres die Bühne. Dem namensgebenden Fernsehformat nicht unähnlich sind die Teilnehmer:innen hier durchaus streitlustig, vor allem aber vom Fach. Zu den Mitgliedern des Interkontinental-Kreativbeirats Edwidge Dro und Niq Mhlongo, die das Format Jahr um Jahr bestreiten, gesellen sich A. Igoni Barrett (s.o.) und Stefanie Hirsbrunner von Interkontinental.

30.5., 19–20 Uhr


Writing in a State of Emergency

Nach dem Sturz der autoritären Regierung des Sudans scheiterte eine demokratisch gewählte Übergangsregierung, seit Jahren ist das Land von Bürgerkriegen und Hungersnöten geplagt. In der Paneldiskussion „Writing in a State of Emergency“ diskutieren Fatin Abbas und Stella Gaitano, die beide in der Hauptstadt Khartum aufwachsen, die Situation des Landes und das Schreiben über eine solche Ausnahmesituation. Außerdem spricht Autorin Tete Loeper über ihren neuen Roman „Shut up and hide!“. Darin behandelt sie den Völkermord an den Tsutsi in Ruanda, Loeper ist dem Genozid als Kind selbst entflohen. Geschichtsschreibung in und über Afrika bespricht Amat Levin in seinem Buch „Black History“.

30.5., 16.30 Uhr


Men Under Pressure: Power, Privilege, Accountability

Toxische Männlichkeit ist auch im Literaturbetrieb kein unbekanntes Phänomen. Kritische Perspektiven dazu liefert unter anderem JJ Bola, der schon 2020 in seinem Buch „Sei kein Mann“ über die einschränkende Wirkung von Männlichkeitsbildern schrieb. Der nigerianische Filmemacher und Aktivist Bisi Alimi moderiert das Panel und zeigt am Samstag auch seinen Kurzfilm „Shall We Meet Tonight“. Mit dem Kampf gegen Stereotypen und Rollenbilder hat Alimi reichlich Erfahrung: Er war der erste Mensch in Nigeria, der ein öffentliches Coming-Out hatte.

31.5., 12 Uhr


Poetry Night

Zum Abschluss des Festivals steht noch einmal die Lyrik im Mittelpunkt. Die Poetry Night steht als letzter Programmpunkt an. Headliner ist der ugandische Dichter und Theaterautor Nick Makoha, dazu gesellen sich Ana Lucão Mvangi, JJ Bola und Janne Bierwirth.

31.5., 18 Uhr


African Book Festival 2026 tak Theater Aufbau Kreuzberg, Prinzenstr. 85f, Kreuzberg, 29.–31.5., Festivalpass 35/30 €, Tagespass 18/15€, Infos und Programm online


Mehr Literatur

Wir fragen nach bei Interkontinental und Co.: Wie geht’s der Indie-Buchbranche? Weitere Literaturhighlights im Mai findet ihr in unserem Lesungs- und Eventplaner. Die nächste Ausgabe steht an: Kristof Magnussen ist zu Gast in der tipBerlin Literaturkapelle. Jetzt im Podcast: Die tipBerlin Literaturkapelle geht weiter mit Autorin Alena Schröder. Ist Juli Zeh die neue Günter Grass, Herr Martus? Literaturwissenschaftler Steffen Martus spricht mit uns über Christa Wolf, Adlon-Schnösel, die KI-Revolution und sein Buch „Erzählte Welt“. Hier findet ihr den besten Lesestoff: Gute Buchhandlungen in Berlin. Mehr Texte findet ihr in unserer Literatur-Rubrik. Live dabei sein: Lesungen, Vorträge, Buchpremieren und mehr – das Literatur-Programm.

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