Flix und Reinhard Kleist verbeugen sich vor Lucky Luke

Der frankobelgische Comic mit seinen Galionsfiguren wie Gaston, Spirou, den Schlümpfen und Lucky Luke ist eine Klasse für sich. Im globalen Wettstreit durchaus den US-Superhelden und japanischen Mangas ebenbürtig. Dass nun zwei Berliner Zeichner sich einen der großen Helden aus diesem Kosmos vornehmen dürfen, ist eine Besonderheit. In der „Hommage“-Reihe zollen Flix und Reinhard Kleist dem legendären Cowboy, erdacht von Morris, Tribut.
Es geht in „Lucky Luke – Die Grimm Brothers“ um die universelle Kraft des Erzählens
Flix, der in ähnlichen Projekten schon Spirou und das Marsupilami nach Berlin holte, lässt den einsamen Helden aber diesmal in seiner angestammten Szenerie, dem Wilden Westen. Er schrieb eine Geschichte um die Gebrüder Grimm, die sich auf eine Lesereise durch die Neue Welt begeben, und schnell feststellen müssen, dass es in der Prärie deutlich rauer zugeht als in good old Europe, wo ein Saloon eben kein Salon ist. Zum Glück haben sie aber Lucky Luke an ihrer Seite, der sie aus einigen brenzligen Situationen retten wird. Gezeichnet hat die Story Reinhard Kleist, den man vor allem als Comic-Biografen von Johnny Cash, Nick Cave und David Bowie kennt. Als kleine Überraschung tauchen hier und da die Popstars in der Westernwelt auf.
Insgesamt geht es in „Die Grimm Brothers“ aber um die universelle Kraft des Erzählens, die Widersprüche zwischen Europa und den USA und die klassischen Lucky-Luke-Gags, die Flix und Kleist mit viel Liebe in ihrer Hommage verwerten. Schade nur, dass Berlin diesmal gar keine Rolle spielt — man würde Lucky Luke, Rantanplan und Jolly Jumper zu gerne in der preußischen Metropole erleben!