„Hundeheimat“: Don Pablo Mulemba erzählt von Schwarzem Aufwachsen im Osten

Don Pablo Mulemba wuchs als Sohn eines angolanischen Vertragsarbeiters und einer Ostdeutschen in Eberswalde auf. Seine Kindheit und Jugend in der brandenburgischen Provinz, in einer Klasse voller „schweinsfarbener Gesichter“, war geprägt von rassistischen Erfahrungen. Seine Eltern sahen irgendwann keinen Ausweg mehr und wanderten nach Angola aus. Pablo blieb und besuchte ein Sportinternat in Cottbus.
„Hundeheimat“ ist das literarische Debüt von Don Pablo Mulemba
In seinem literarischen Debüt „Hundeheimat” erzählt er autobiografisch seine eigene Geschichte und die seiner Familie. Diese führt von Eberswalde über Cottbus bis nach Angola und Berlin. Sein Urgroßvater war ein hochrangiges SED-Mitglied, sein anderer Urgroßvater wurde unter den portugiesischen Kolonialherren in Angola versklavt. Er selbst ist erstaunt darüber, dass diese beiden Biografien schließlich in seiner eigenen zusammenlaufen.
Mulemba schildert schockierende Szenen aus den Springerstiefeljahren: rechte Gewalt, die seine Eltern erfuhren, Neonazis, die mit Baseballschlägern durch die Gegend ziehen. Dabei geht es auch um die ostdeutsche Wut, die nach der kurzen Euphorie der Nachwendezeit vielerorts einsetzte und von der in aktuellen Debatten auch immer wieder die Rede ist. Die eindringlichen Kapitelüberschriften – etwa „Der Kindersoldat“ – geben eine Ahnung davon, wie viel Schmerz in den Geschichten steckt, die Mulemba zusammenträgt. Er erzählt sie anekdotisch, manchmal witzig und so, dass man immer weiterlesen möchte.
Don Pablo Mulemba – „Hundeheimat“ Rowohlt, 240 S., 23 € (seit 14.8.)
Buchpremiere Kino International, Karl-Marx-Allee 33, Mitte, Mi 26.8., 20 Uhr, 22 €, moderiert von Anna Dushime
