Der schnelle Literaturplaner für den August: Fitzek, Bukowski, Strunk

7.+8.8. 20 Jahre Schock‘n‘Roll: Sebastian Fitzek
In Sebastian Fitzeks Büchern wird in der Arztpraxis gemordet, im Radiostudio oder auf dem Kreuzfahrtschiff. Eine Konzertarena für Rockstars gehörte bislang nicht dazu. In der Waldbühne zelebriert der in Berlin geborene Thrillerkönig mit Privatradio-Vergangenheit nun im August sein 20-jähriges Jubiläum als Schocker-Schriftsteller. Seit „Die Therapie“ 2006 erschien – inspiriert von einem Wartezimmer-Geistesblitz beim Orthopäden –, haben sich Fitzeks Romane 22 Millionen Mal verkauft. Da reicht ein Abend nicht aus, um mit 22.000 Fans zu feiern. Fitzek liest, erzählt aus seinem Leben und holt Wegbegleiter und musikalische Gäste wie zum Beispiel die Flying Steps und Rea Garvey auf die Bühne. Und das Feuilleton stirbt tausend Tode. (CHK)
Waldbühne Glockenturmstr. 1, Westend, Fr 7.8.+Sa 8.8., 20.03 Uhr, Tickets ab 40,40 €
10.–16.8. Dirty Old Fans: 30 Jahre-Fest der
Bukowski-Gesellschaft
Vor 30 Jahren gründete Falko Hennig in der damaligen Kneipe „Bukowski“ die Charles-Bukowski-Gesellschaft, bald danach überzeugte sich der Autor dieser Zeilen von der Forschungstiefe und Sammelleidenschaft des Berliner Schriftstellers. Zum 30. Gründungstag lädt Hennig zu einem einwöchigen Festival und Symposium ein, angekündigt sind die wichtigsten Bukowskologen der Welt, Bukowski-Tochter Marina und Enkelkinder. Von Montag, 10. August, bis Sonntag 16. August, gibt es Vorträge wie „Bukowski in Thailand“ mit Sönke Manns, Lesungen aus dem Werk des „Dirty Old Man“ etwa von Clint Lucas und Moses Wolff und im nahen Jahnsportpark ein Fußballspiel: „Soccer Bukowski Society vs. Berlin International“. (RIK)
F-Haus Lottumstr. 9, Mitte, Mo–So 10.–6.8., diverse Zeiten, Tickets: 10 € (Tag), 50 € (Festival)
27.8. Im Westen was Neues: Ruth Maria Thomas
In Ostdeutschland ist Michelle der Boden unter den Füßen weggebrochen, also wagt sie im Westen einen Neuanfang. Die Beziehung zu Henry verspricht Sorgenfreiheit, finanzielle Stabilität und Selbstbestimmung. Doch nur auf den ersten Blick. „Die zweitgrößte Liebe“, so der Titel von Ruth-Maria Thomas’ zweitem Roman, erzählt von Michelles Leben, Herkunft und Zufall. Die ehemalige Sozialarbeiterin brachte mit „Die schönste Version“ vor zwei Jahren ein preisgekröntes Debüt heraus, über ihr neues Buch spricht sie mit der Podcast-Moderatorin Laura Larsson („Herrengedeck“). (CHK)
Kino International Karl-Marx-Allee 33, Mitte, Do 27.8., 20 Uhr, 22 €
27.8. Fotografin auf Fährtensuche: Hannah Mann
Als Fotografin ist Suzanna für das Glück anderer verantwortlich, sich selbst stellt sie zurück. Doch als ihre Mutter spurlos verschwindet, muss sie sich gemeinsam mit ihrer Familie auf die Fährte der Verschollenen machen. „Zeppelin und Karpfen“, Hannah Manns erster Roman, erzählt eine Familiengeschichte zwischen Emanzipation und Zusammengehörigkeit. Die Premiere ihres Debütromans führt die Urenkelin des Schriftstellers Heinrich Mann, die nach einer Karriere in diversen Start-Ups zunächst über Kurztexte (u.a. im „Zeit-Magazin“) für Aufmerksamkeit sorgte und mit dem Ruhm ihres Familiennamens rang, im Gespräch mit dem Poetry-Slammer Paul Bokowski. (CHK)
Märchenhütte im Monbijoupark Monbijoustr. 3b, Mitte, Do 27.8., 19.30 Uhr, freier Eintritt, Anmeldung online
28.8. Liebe, Krieg, Identität: Dana Vowinckel

Über Jahre hinweg begegnen sich Anton und Alma immer wieder. Erst auf einem Schüleraustausch, dann auf einer Uniparty. Sie gehen eine Beziehung ein, können nicht mit- und nicht ohne einander. Als Anton in die USA zieht, um dort an seiner Masterarbeit zu arbeiten, sucht Alma Trost in seiner jüdischen Gemeinde. Doch nach den Ereignissen des 7. Oktobers 2023 müssen sich die beiden der Frage stellen, wer sie sind und was sie verbindet. „Anton und Alma“ ist der zweite Roman der Berliner Autorin Dana Vowinckel nach „Gewässer im Ziplock“. Bei der Buchpremiere spricht sie mit dem Bestseller-Literaten Daniel Kehlmann. (CHK)
Literarisches Colloquium Berlin Am Sandwerder 5, Wannsee, Fr 28.8., 19.30 Uhr, 9/5 €
29.8. Über Faschismus: Ilko-Sascha Kowalczuk
Trotz erstarkender rechter Parteien und einem vorrückenden Autoritarismus wähnt sich Deutschland nach wie vor in Sicherheit. Zu standfest sind vermeintlich die demokratischen Organe. Doch für Ilko-Sascha Kowalczuk, Historiker und Berater des DDR-Museums, reicht das nicht aus. „Faschismus ist keine Meinung“ heißt sein neues Buch, in dem er klare Kante gegen rechts fordert, aktiven Einsatz gegen Demokratiefeindlichkeit und Wegsehen. (CHK)
Pfefferberg Theater Schönhauser Allee 176, Prenzlauer Berg, Sa 29.8., 20 Uhr, 23 €
31.8. Preisdoppelgut: Heinz Strunk trifft Kaleb Erdmann
„Kein Geld Kein Glück Kein Sprit“ heißt Heinz Strunks Roman aus dem vergangenen Jahr, für den er mit dem Bremer Literaturpreis ausgezeichnet wurde. Auch „Die Ausweichschule“ von Kaleb Erdmann über den Amoklauf in Erfurt 2002 wurde von der Bremer Stiftung prämiert. Gemeinsam stellen die beiden Autoren ihre Texte in Berlin vor. Strunk hat zudem seinen neuen Roman „Memories of Heidelberg“ dabei. (CHK)