Lucky Luke wird 80 und bekommt eine Ausstellung zum Jubiläum

Früher waren die Cowboys, neben Piraten, Rittern und Feuerwehrmännern, unumstrittene Kindheitshelden für alle Jungs und manche Mädchen. Heute ist die Berufsgattung etwas in die Kritik geraten, Stichwort Kolonialisierung. Für einen Cowboy gilt die Kritik aber ganz sicher nicht, Lucky Luke steht stets auf der richtigen Seite, bringt Bösewichte hinter Gitter, hilft den Armen und ist ein Freund der Native Americans. Der belgische Zeichner Maurice De Bevere alias Morris erfand 1946 die Figur und stellte ihr die Dalton-Brüder als Erzfeinde, das treue und kluge Pferd Jolly Jumper und den kauzigen Hund Rantanplan an die Seite. Neben „Tim und Struppi“, „Asterix“ und „Spirou“ gehört „Lucky Luke“ seitdem zu den Galionsfiguren des frankobelgischen Comics.
Zum 80. Geburtstag widmet das Museum für Kommunikation, das sich schon lange um die Vermittlung der Comic-Kultur kümmert, „Lucky Luke“ eine Ausstellung. Kuratiert wird sie vom Berliner Zeichner Flix, der kürzlich mit Reinhard Kleist eine Hommage an „Lucky Luke“ verfasst hat („Die Grimm Brothers“), also noch tief im Stoff steckt. Gezeigt werden Originale, Studien, Skizzen und Fotos rund um den berühmten Cowboy und das Leben seines Schöpfers Morris. Wie schon bei der „Asterix“-Ausstellung im letzten Jahr, bekommt man mit „Lucky Luke. Morris‘ einsamer Westernheld“ einmal mehr die Gelegenheit, tiefer in die Geschichte eines Comic-Klassikers einzutauchen und vielleicht auch den legendären Song anzustimmen: I’m a poor lonesome cowboy, I’m a long long way from home.