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Lottoglück in der U-Bahn

Lottoglück in der U-Bahn

Schwarz-rot-blau-weiß gefleckt – so sehen die Sitze in den U-Bahnen der Berliner Verkehrsbetriebe üblicherweise aus. Eigentlich ist dieses Camouflage-Muster nur eine Art Selbstverteigung: Gegen die vielen Kritzeleien von Graffiti-Writern auf den Bezügen, die auf dem unruhigen Muster eben nicht mehr gut sichtbar sind, was für die Writer unattraktiv ist.

Dass Fahrgäste neulich in der U3 zwei einander gegenüber liegende Sitzbänke mit einfarbig dunkelblauen Motiven bewundern konnten, erstaunte deshalb sehr. Hatte es doch eine gefühlte Ewigkeit gedauert, bis das nicht unbedingt ästhetische Camouflage-Muster erst akzeptiert – und dann zum Kult erklärt wurde. Turnbeutel, T-Shirts und sogar die Trikots der Handball-Mannschaft der Berliner Füchse zeigten sich mitunter in dem optisch unruhigen BVG-Look. Soll das nun vorbei sein? Kehrt die BVG zur Einfarbigkeit zurück, so wie – die Älteren unter uns erinnern sich – es einst zu Zeiten von flaschengrünen Bezüge üblich war?

Nein, beruhigte BVG-Pressesprecher Markus Falkner die tip-Redaktion. „Der Sitz auf Ihrem Foto ist tatsächlich eine echte Seltenheit, evtl. sogar ein Unikat“, schrieb er. „Vielleicht ist das ein Zeichen, dass Sie“ dringend Lotto spielen sollten. Unser Zulieferer für den Bezug hatte mal ganz kurzzeitig einen Engpass. Dieser Sitz muss genau zu dieser Zeit provisorisch repariert worden sein.“

PS: Eine der beiden Bänke ist übrigens bereits mit sogenannten Tags bekritzelt. Ein Zeichen wohl, dass uns grisselige Muster noch lange erhalten bleiben.

Lottoglück in der U-Bahn

Text + Fotos: Eva Apraku

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