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AUCH OHNE MOOS VIEL LOS

Low-Budget durch Berlin: Mit minimalen Ausgaben zu maximalem Spaß

Blank in Berlin: nur selten ein schönes Erlebnis. Allerdings bietet die Stadt vielfältige Möglichkeiten auch mit kleinem (oder keinem) Budget viel zu erleben.

Picknick im Park statt Essengehen in Charlottenburg: Berlin hat viel Raum für Alternativ-Veranstaltung wenn das Budget mal wieder eng ist. Foto: fotolia.de ©oneinchpunch #108302030

Jeder war schon einmal blank, broke und völlig pleite: Wenn das Bankkonto nichts mehr hergibt, ist das in den seltensten Fällen eine angenehme Situation. Dennoch kennen viele Studenten das Gefühl nur zu gut, wenn am Ende des Geldes wieder einmal jede Menge Monat übrig ist. Die gute Nachricht: Dagegen ist etwas zu tun. Mit Vorbeugung und einem cleveren Lebensstil lässt sich finanziell einiges rausholen, so dass – bei gutem Wirtschaften – vielleicht sogar am Monatsende noch etwas übrig bleibt. Dabei helfen vor allem, der finanziellen Realität ins Auge zu schauen und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Denn Berlin bietet an allen Ecken und Enden die Möglichkeit, auch günstig jede Menge zu erleben.

Leben, Wohnen, Arbeiten – Minimalistisch zu mehr Geld

Leben in Deutschlands Großstädten ist teuer. Aber: Berlin ist die günstigste unter ihnen und das obwohl sie Hauptstadt und ein sehr beliebter Wohnort ist. 10,93 € kostet der Quadratmeter durchschnittlich, während in München Durchschnittspreise von 19,58 € herrschen. Mit einem deutschlandweiten Mietendurchschnitt von 7,97 € pro Quadratmeter ist Berlin also durchaus human. Dennoch – es kommt natürlich drauf an, wo speziell die Wohnung liegt. Von Mitte bis Marzahn gibt es erhebliche Unterschiede – nicht nur was die Bewohnerstruktur angeht, sondern auch bei den Mietpreisen.

Während Mitte bei durchschnittlich 15,71 € nicht sehr studentenfreundlich ist, liegt das hippe Alternativviertel Neukölln mit 10,82 € eher im Budget. Auch manche Bezirke des schönen Pankow sind mit 8 – 9 € durchschnittlichem Quadratmeterpreis finanzierbar. Hier lohnt es sich, vor der Wohnungssuche zu recherchieren, welches Viertel sich wodurch auszeichnet, und so im für die eigenen Ansprüche optimalen Kiez zu landen. Schließlich macht auch das Umfeld einen großen Teil der Lebensqualität aus – Hipster finden sich eher in Neukölln wieder, während Clubgänger und Kunstliebhaber in Friedrichshain besser aufgehoben sind.

Statt bei der Wohnungssuche dann nur auf eigene Appartements zu schauen, ist es vor allem in Studentenvierteln passend, sich nach einer WG umzusehen. Die geteilten Wohnungen sind oftmals günstiger, die Gesellschaft gleich mit inbegriffen und ein Großteil der Wohnungsausstattung schon vorhanden. Das spart Ausgaben für Waschmaschine, Toaster und Geschirr und außerdem noch monatliche Miete. Gerade für Stadtneulinge ist es dabei schön, nicht immer alleine zu sein. Wer sich mit seinen Mitbewohnern gut versteht, erlebt oft die richtige Mischung aus Zusammenleben und Privatsphäre. Außerdem ergibt sich bei der Suche nach WGs gleich noch eine weitere Möglichkeit zum Sparen. Viele Wohngemeinschaften staffeln die Miete innerhalb der Wohnung nach der jeweiligen Zimmergröße. Hier kann es aus verschiedenen Gründen durchaus angebracht sein, das kleinere zu wählen:

  1. Es ist günstiger als viele andere Zimmer
  2. Es gibt weniger Platz, der mit teuren Möbeln gefüllt werden müsste
  3. Ausmisten bietet potenziell Geld für ausrangierte Kleidung und Ungenutztes

Auch wenn das Budget dann tendenziell doch die größere Wohnung hergeben würde, lohnt es sich zu hinterfragen: Wo verbringe ich mehr Zeit? Wenn da die Antwort: Draußen, an der Uni, auf der Arbeit oder in Kneipen mit Freunden lautet, ist das Geld in diese Unternehmungen besser investiert als in das große Zimmer. In Berlin gibt es viele günstige Kneipen und Cafés, wo das Ausgehen nicht die Welt kostet, so dass es oftmals eine praktikable Lösung ist. Außerdem macht Minimalismus durchaus glücklich: Nicht jede Woche shoppen gehen, sondern nur ein besonderes Teil alle paar Monate kaufen. Den eigenen Bestand so reduzieren, dass Reisen mit leichtem Gepäck jederzeit möglich ist. Besitz belastet – Minimalismus hingegen befreit, auch wenn das Ausmisten zunächst mühsam sein kann.

Ein kleines Zimmer bietet minimalistisch eingerichtet jede Menge Platz, kostet dafür weniger Miete und verleitet auch nicht dazu, mehr Kram anzuhäufen als benötigt. Foto: fotolia.de ©Photographee.eu #106219332

Wer sich gegen die üblichen Pleitepannen dann einen Job sucht, tut das am besten in der Nähe: Weniger Fahrtzeit bedeutet mehr Zeit für die eigentliche Arbeit und auch weniger Fahrtkosten. In den hippen Bezirken werden häufig studentische Bedienungen gesucht, aber auch andere Jobs bieten sich für junge Leute an. Berlin hat durch das hohe Film- und Serienaufkommen häufig Komparsen-Rollen zu vergeben. Aber auch ganz zuhause bleiben bietet sich an: Viele Jobs können vom Sofa aus erledigt werden, sofern der Laptop am Start und mit dem Internet verbunden ist. Vitamin B hilft häufig bei der Vergabe von begehrten Jobs, die mit fairem Lohn und guten Arbeitszeiten gesegnet sind. Hier mit Freunden zu sprechen, die einen coolen Job haben oder die richtigen Leute kennen, kann also durchaus hilfreich sein.

Gesunde Ernährung und der Sport – Mit Alternativen gesund leben

„Gesunde Ernährung ist teuer“ heißt es häufig – und Berlin strotzt nur so vor günstigen Take-Aways, Pizzaläden und Dönerbuden, die sich gegenseitig unterbieten. Mittagessen für 1,70 € gibt es da an jeder Ecke. Das Problem: Die Gesundheit bleibt da auf der Strecke. Selbst kochen ist häufig die beste Variante, der Einkauf erfolgt optimaler Weise regional im Bioladen. Was aber, wenn das Budget gerade Mal für Nudeln mit Pesto reicht?

Zunächst einmal: Gesund leben muss nicht teuer sein. Eine ausgewogene Ernährung ist auch mit geringem Budget möglich, wenn beim Einkauf einiges beachtet wird:

  1. Saisonales Obst und Gemüse ist immer günstiger
  2. Selbst angebautes Gemüse ist quasi umsonst
  3. Angebote nutzen und auf Vorrat kaufen
  4. Der Späti ist immer teurer

Auch Foodsharing ist eine tolle Alternative. In Berlin gibt es 30 Fair-Teiler, also Foodsharing Stationen, die mit Lebensmitteln gefüllt werden, die andere zu viel hatten oder nicht mehr essen möchten. Ab und an ist darin also ein komplettes Abendessen enthalten, dass dann umsonst mitgenommen werden kann. Wer abends kurz vor Ladenschluss einkaufen geht, kann außerdem besondere Rabatte mitnehmen. Viele Läden reduzieren zwei bis drei Stunden vor Kassenschluss insbesondere bei Obst, Gemüse und Frischware wie Fleisch und Milchprodukten, da sich die Lebensmittel sonst am nächsten Tag nicht mehr verkaufen ließen. Wer dann zuschlägt, kann auf manche Produkte bis zu 50 % Preisnachlass erhalten und trotzdem gesund essen.

Ähnliches gilt für Tiefkühlgemüse – dieses ist oft auf optimalem Reifegrad geerntet und gefroren, wodurch häufig noch mehr Nährstoffe enthalten sind als bei frischem Gemüse, das tagelang in Lagerhallen und dem Geschäft herum stand. Dazu ist die TK-Ware oft günstiger. Darauf zurückzugreifen lohnt sich also ebenfalls.

Food-Trends führen außerdem immer wieder dazu, dass gewisse Lebensmittel mit horrenden Preisen aufwarten und als „das Gesundheitsmittel schlechthin“ angepriesen werden. Beispiel: Chia-Samen und Goji-Beeren. Währen diese oft bei 4 € pro 100 g liegen, ist die heimische Alternative – Leinsaat und Blaubeeren – oft für einen schlappen Euro zu ergattern. Beim Blick auf die Nährstoffe fällt dann auf, dass diese sich nicht mal wesentlich unterscheiden, bei den heimischen Alternativen manchmal sogar besser aussehen – ganz zu schweigen von der Klimabilanz. Auch hier gilt also: Erst informieren, dann kaufen!

Im Supermarkt selbst kann der Einkaufspreis durch das Durchsehen der Angebote und eine Teilnahme an Sparprogrammen vergünstigt werden. Couponing kommt ursprünglich aus den USA, wo es zu einer Art Volkssport mutiert ist. Hierzulande gibt es die kleinen Rabattmarken jetzt auch, die in Verbindung mit Programmen wie Payback oder Cash Back zu extremen Vergünstigungen führen können. Mit cleverer Planung des Einkaufs und einer detaillierten Liste kann der Einkauf zwar planungstechnisch ein wenig aufwendiger werden, am Ende jedoch zu erheblichen finanziellen Einsparungen führen.

Noch günstiger (und gesünder!) ist dran, wer selber gärtnert. Ist die Startausrüstung (Topf, Erde, Samen) erst zusammen, kann damit bereits in der ersten Saison geerntet werden. Das ist zwar nicht die Masse, aber gerade Kartoffeln sind ein dankbarer Start in die Balkongartenwelt. Im zweiten Jahr kostet das Gärtnern dann nur noch die Erde, da die Samen oder die Pflanzkartoffel aus dem Vorjahr mitgenommen werden kann und somit umsonst sind. Projekte wie der Berliner Prinzessinnengarten inspirieren zum Selbstgärtnern und vermitteln außerdem durch Learning-by-Doing erste Kenntnisse von der Materie.

Neben Trimmfit Parks und Outdoor-Fitness Treffs gibt es auch Laufgruppen, die sich regelmäßig treffen und in der Stadt joggen gehen. Sich diesen Gruppen anzuschließen, motiviert und kostet häufig nicht mal Geld. Foto: fotolia.de ©JFL Photography #133533413

Beim Thema Sport finden sich oft ähnliche Vorurteile wie bei der Ernährung – dabei ist Sporttreiben gerade in Städten wie Berlin häufig völlig umsonst möglich. Durch Outdoor-Fitnessstudios kann jeder jederzeit die Muskeln stählen ganz ohne dafür zu bezahlen. Die Trimmfit-Anlagen gibt es zum Beispiel am Lietzensee in Charlottenburg, im Preussenpark nahe des Fehrbelliner Platzes in Berlin-Wilmersdorf oder in der Nähe der Station Jannowitzbrücke in Mitte. Wer dabei lieber in einer Gruppe unterwegs ist, findet in Outdoor-Fitness Gruppen Gleichgesinnte. Viele Treffs finden wöchentlich statt und bieten so Fun und Fitness zugleich. Davon abgesehen: Eine Runde Joggen gehen ist natürlich immer umsonst, wenn erst einmal die Ausrüstung vorhanden ist, Freizeitkicker-Gruppen finden sich ebenfalls in Parks und auf freien Plätzen. Und wer dann doch lieber zu Hause vor dem Rechner turnt und bei Schmuddel-Wetter nicht vor die Tür mag: YouTube liefert auf die Anfrage „Home Workout Bauch Beine Po“ ganze 13.300 Ergebnisse und bietet damit mehr als eine solide Basis für ein fundiertes Wohnzimmer Workout.

Urlaub und Wochenendtrips: So fern und doch so nah

Die Stadt ist zwar toll, bietet viele schöne Ecken, Grün und Freizeitmöglichkeiten ohne Ende – aber rauskommen muss jeder mal. Mit Urlaub „on a budget“ verbinden viele die zwei Sterne Absteige in Rimini, die Schulklassen zur Abschlussfahrt aka Sauftour nutzen und Pauschalurlaub im renovierungsbedürftigen Hotel. Das muss allerdings nicht sein, denn auch individuelle Reisen – oder viel mehr gerade diese Sorte – lassen sich auch günstig gestalten.

Hierbei kommt es in erster Linie drauf an, was Ziel der Reise ist – Urlaub und Entspannung oder Entdecken fremder Länder und Kulturen. Ersteres findet sich auch in unmittelbarer Nähe von der Stadt. Die Uckermark klingt zwar spießbürgerlich und nach Rentner-Fahrrad-Urlaub, aber bietet mit Wanderwegen, Camping-Plätzen und natürlich der puren Natur die optimale Basis für einen Aktiv-Erholungsurlaub ohne weite Reise. Durch die dünne Besiedelung des Landstriches lässt es sich vermutlich bewerkstelligen, ohne große menschliche Kontakte ein paar Tage alleine in der Natur zu verbringen, wandern ist noch tatsächliches „in der Natur sein“, abseits ausgetretener Pfade. Hinkommen ist mit RE3 und RB66 ganz einfach, ansonsten sind auch Mitfahrgelegenheiten in den Norden eine günstige Alternative. Alles was ein Wandercamper braucht, passt in der Regel in einen 60 – 80 Liter Rucksack und auch auf einem Camping-Kocher kann das ein oder andere leckere Gericht zubereitet werden. Drei Tage Aktiv-Erholung sind so als Wochenendtrip für wenig Geld locker zu bewerkstelligen.

Wer sich lieber an den See legt, muss auch nicht viel weiter weg – besonders im Sommer. Die Mecklenburgische Seenplatte liefert mit vielen Seen und vielen Optionen das perfekte Urlaubsgebiet für Wasserratten, mit Bus und Bahn ist die Fahrt in zwei bis vier Stunden erledigt. Hier kann außerhalb der Stadt mal abgeschaltet werden – die Natur macht das leicht. Low-Budget-Übernachtungsmöglichkeiten sind auch hier wieder der Zeltplatz oder eine der Jugendherbergen, beispielsweise in Mirow, Malchow, Zielow oder in Waren an der Müritz.

Die Mecklenburger Seenplatte hat viele schöne Orte zu bieten, wo Wochenendtrips zur Entspannung von der Stadt sich wirklich lohnen. So auch in Röbel an der Müritz. Foto: fotolia.de ©Heinz Waldukat #91398531

Ausgehen, Daten, Freunde treffen: Alternatives Social Life

Die wenigen, die in Berlin wirklich Geld haben, sind die Touristen – deswegen gibt es unglaublich viele Möglichkeiten, günstig durch die Freizeit zu kommen. Sowohl der Lonely Planet als auch studentische Seiten liefern jede Menge Tipps, was in Berlin für umsonst so geht. Eine super Unternehmung, Date-Idee oder Möglichkeit der musikalischen Entspannung liefert zum Beispiel die Berliner Philharmonie jeden Dienstagmittag. Um 13 Uhr beginnt das 40- bis 50-minütige Programm der Lunchkonzerte, der Eintritt ist kostenlos und das Catering nicht verpflichtend.
Wer ein etwas privateres Date sucht, kann sich mit einem Picknick-Korb bewaffnet auf dem Weg zu der geheimen Insel im Treptower Park machen. Das ist die romantische Low-Budget Alternative zum Private Candle Light Dinner, bei der so gut wie niemand zuschaut. Aber auch andere Spots in Berlin bieten sich fürs Picknicken an. Der Kreuzberg liefert gleich noch eine Aussicht über die Stadt mit dazu, aber auch die anderen zahlreichen Parks sind optimale Frischluft-Dinner-Plätze.

Picknicken geht natürlich nicht nur mit einem Date, sondern auch mit den Freunden. Mit Getränken aus dem Supermarkt und vorbereiteten Snacks ist ein Abend immer gut gefüllt und die Sommermonate lassen kein „Essen-gehen“ vermissen. Ansonsten liefert Berlin natürlich trotzdem viele Budget-Mahlzeiten, da Döner, Pizza und der Imbiss sich preislich jeweils unterbieten.

Andere Unternehmungen hingegen können durchaus mal aufs Budget schlagen. Konzerttickets zum Beispiel oder auch das Kino. Hier lohnt es sich, zeitlich flexibel zu sein. Bei Konzerttickets lohnt es sich zum Beispiel, erstmal ohne Ticket hinzufahren und vor Ort auf die draußen stehenden Verkäufer zu achten. Manche haben dort ein Ticket zu viel gekauft und wollen es schnell noch loswerden – häufig für weniger Geld als es ursprünglich gekostet hat. Im Kino hingegen gibt es häufig spezielle Angebotstage. Auch die Berliner Kinoketten machen da mit. In den CineStar Kinos sind Montag, Dienstag und Mittwoch vergünstigt, ebenso in den CinemaxX Kinos und den UCI-Kinos. Bei der York-Kette hingegen bietet der Montag die Möglichkeit, günstig ins Kino zu kommen. Auch das Lieblingskino um die Ecke hat vielleicht einen speziell vergünstigten Tag – Fragen lohnt sich.

Die Alternative: Mal nach Hause einladen. Wer einen Fernseher, DVD-Player oder Laptop hat, kann mit den Freunden auch zu Hause Filmchen gucken, auch wenn es dann vielleicht nicht der neuste Blockbuster ist. Klarer Vorteil: So laut lachen wie man will, die Flasche Rotwein gibt’s für drei Euro im Supermarkt und zwischendurch pausieren, um neues Popcorn zu machen, ist ebenfalls drin – für deutlich weniger Geld als Kino kosten würde.

Wer immer blank ist und deshalb nur ungern mit weg geht, tut übrigens gut daran, aktiv einzuladen und die Freunde so nah beieinander zu halten. Sonst kann es irgendwann passieren, dass bei chronischer „Pleiteritis“ irgendwann die Nachfragen ausbleiben und die Einladungen rar werden. Werden alle hingegen oft eingeladen und zu gemeinsamen Budget Alternativen ausgeführt, kann das verhindert werden.

Flohmarkt, Upcycling und Repair-Cafés: Reparieren und günstig shoppen

Bleiben schließlich noch die ultimativen Survival-Tipps, wenn das Konto eh schon blank ist und etwas kaputt geht – und eine neue Waschmaschine gerade nicht auf der Weihnachtswunschliste steht. Sogenannte Repair-Cafés bieten Know-How und Schwarmintelligenz und schaffen es so oftmals, bereits verloren geglaubte Stücke noch einmal zu reanimieren und zurück in Gang zu setzen. Das eignet sich besonders für Haushaltsgeräte und Fahrräder – wobei diese auch in den Selbsthilfe-Werkstätten wieder zurecht gerückt werden können – aber auch mit alten Accessoires oder Tassen mit abgebrochenen Henkeln kann man hier aufkreuzen. Was nicht vor Ort repariert werden kann, kann eventuell mit einem Hausbesuch geklärt werden – dazu einfach vor Ort freundlich nachfragen, vielleicht findet sich ein freiwilliger Kenner.

Flohmärkte gibt es in Berlin fast jedes Wochenende, Secondhand und Vintage Läden ergänzen das Angebot. Kleidung, Möbel, Elektrogeräte, Küchensachen – hier findet jeder fast alles was er braucht. Foto: fotolia.de ©Fiedels #105035387

Geht es hingegen ans Shoppen selbst, lohnt sich in Berlin immer der Besuch von Flohmärkten und Vintage Läden. Secondhand-Shops gibt es viele, manche locken außerdem mit alten Designer-Schätzen, wenn diese auch nicht unbedingt zum Thema „Budget-Shopping“ passen. Auch der Kleinanzeigenmarkt floriert in Berlin – gebrauchte Stücke finden sich hier von Privat zu günstigen Preisen, so dass eine Neuanschaffung nur selten wirklich nötig ist.

Berlin: Arm aber Sexy

Du bist so wunderbar, Berlin! Und das selbst ohne Geld. Berlin bietet viele Möglichkeiten im täglichen Leben zu sparen: Das große Angebot an Märkten, Bars und Cafés sorgt dafür, dass die Preise niedrig bleiben und bei cleverer Haushaltung lässt sich weiteres Geld sparen. Initiativen wie Foodsharing sorgen dafür, dass selbst völlig blank noch Essen ins Haus (oder auf die Picknickdecke) kommt und Sporteln ist in Berlin sowieso für umme. Das idyllische Umland in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern liefert Abwechslung, wenn es in der Stadt mal zu viel wird und dank Zelt und Campingkocher ist so ziemlich jeder Urlaub auch mit magerem Portemonnaie zu bestreiten.

Dass dafür trotzdem was übrig bleibt, kann übrigens clever selbst gesteuert werden: Mit einer finanziellen Wochenplanung kann entspannt Geld zur Seite gelegt werden, ohne dabei den Überblick zu riskieren. Je nachdem was nach Abzug der Fixkosten übrig bleibt und was zur Seite gelegt werden soll, ergibt sich ein wöchentliches Budget, das einfach in Umschlägen zu Hause deponiert wird. Durch die konsequente Barzahlung bleibt so stets der Überblick über die finanzielle Lage erhalten. Und von Freitag bis Montag ohne Geld durchzuhalten, ist leichter, also vom 20. bis zum ersten des nächsten Monats.

Wer so an den richtigen Stellen plant, an anderen Ecken spontan ist und vor allem Kreativität an den Tag legt, kann so auch mit einem strammen Budget wirklich viel erleben und unternehmen. Berlin kommt mit freien Museumseintritten, Lunchkonzerten und vielen Parks und Grünflächen auch den klammsten Bewohnern sehr entgegen und füllt so jedes Budget mit jeder Menge Leben.

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