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Luser und Vogl in der Galerie Jette Rudolph

Constantin_LuserDie oft gestellte Frage, was zeitgenössische Kunst sei, ist schwer zu beantworten. Alles und nichts scheint möglich. Jedoch richtet sich das heutige Kunstempfinden danach, ob ein Künstler mit einer eigenen Bildsprache eine Welt schafft, in die er uns hineinzieht. So verhält es sich mit den Arbeiten der Künstler Constantin Luser und Johannes Vogl. Der Gebrauchswert von Sprache ist das Dachthema der Schau. Gezeigt werden zarte Collagen, Zeichnungen und performative Skulpturen. Schon am Eingang der Ausstellung vernimmt man die sonore Stimme eines Radiosprechers. Sie spricht aus einem Kofferradio die Worte: „Gefahr durch…“, in die 2000 beliebige Ausdrücke eingesetzt wurden, wie: „… eine Tür, ein Sofa, eine Puppe“. Auch Constantin Luser nimmt sich die alltägliche Funktion eines Objektes vor und hebt diese auf, indem er eine neue Mitteilung einfügt. Der Österreicher verknüpft Grafiken einer vierbändigen Nazi-Enzyklopädie zu hauchfeinen Collagen höchster grafischer Qualität. Die ineinander verschlungenen phantastischen Geschichten ohne Anfang und Ende zeigen ein Universum aus zackigen Sportlerburschen, grotesken Maschinen und utopischer Technik, Landschaften, Pflanzen und Tierdarstellungen. Mit der Wahrnehmung spielt auch Vogl. Eine Regenschirmball-Skulptur erinnert an schwarze Löcher, während in einem abgedunkelten Raum an sich drehenden Gewindestangen große Schrauben funkeln. Der Schraubenhimmel ist sowohl funktional als auch skulptural und bewegt sich zwischen tatsächlicher Nutzbarkeit und reiner Objekthaftigkeit.

Text: Laila Niklaus

tip-Bewertung: Sehenswert

Constantin Luser, Johannes Vogl in der Galerie Jette Rudolph, Zimmerstraße 90/91, Mitte, Di-Sa 11.30-18 Uhr, bis 24.4.

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