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Märchen in Berlin – Die Liste

Märchen kann man überall erleben: Im Theater, Kino, mitten in der Stadt und natürlich in Büchern. Wir haben eine Auswahl mit Empfehlungen zusammengestellt, die Sie märchenhaft durch den Herbst bringen

FA Schaap

DEFA-Märchenfilme
Die Tricktechnik ist leicht durchschaubar, zugegeben. Und an den Kostümen war kein französischer Couturier beteiligt. Aber dennoch haben die alten DEFA-Märchenfilme, gedreht in den Studios in Babelsberg, einen so zauberhaften Charme, dass sie nicht nur im Fernsehen rauf und runter laufen, sondern auch in verschiedenen DVD-Boxen zu haben sind. Mit der „Schneekönigin“, „König Drosselbart“ und „Das kalte Herz“ im warmen Wohnzimmer kann der Winter kommen.
DEFA-Märchenfilme gibt’s als DVD-Boxen

Der Kleine Muck
Wolfgang Staudte hat 1953 einen der erfolgreichsten DEFA-Märchenfilme gedreht, ein echter Exportschlager: Sein „kleiner Muck“ wurde in über 100 Länder bekannt. Wäre auch ein Wunder, wenn er es dann nicht in den Filmpark Babelsberg geschafft hätte, natürlich mit dem Nachbau des ikonischen Brunnens, um den der Hauff’sche Schnellläufer rennt.
„Gärten des kleinen Muck“ Filmpark Babelsberg, Großbeerenstr. 200, 14482 Potsdam-Babelsberg, Eintritt 22 € Erwachsene, 15 € Kinder

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel
Das Jahr hat eigentlich fünf Jahreszeiten: Frühling, Sommer, Herbst, Winter und „Drei Hasenüsse für Aschenbrödel“. Dann sendet das Fernsehen den DEFA-Klassiker von 1973 in Dauerschleife. Immer wieder herzergreifend, wenn Aschenbrödel und der Prinz über die verschneiten Felder zum Schloss reiten. Schnüff.
Im Fernsehen oder als DVD

Hinter den Türen
Ein Kleinstadtkind findet ein Holzkästchen im Rinnstein. Es ist ein Adventskalender mit fest verschlossenen Türen, mit Abbildungen drauf, die Rätsel sind: Giebelhaus, Kuhkopf, Spielkarten. Und Jonas, der Junge, muss die Türöffner in der Stadt finden. Hinter den Türen warten Schokoladentafeln mit Zeichen. Noch mehr Rätsel. In Jan Brandts träumerisch wundersamem, von Daniel Faller schön illustrierten Adventsmärchen wohnt ein 47 Mikrometer großer Hausmeister im Kasten und gebietet über eine ellenlange Kalenderordnung. Es geht um die Macht der Märchen, eine Reise, Geheimnisse. Sogar „Hänsel und Gretel“ wird zitiert, von der alten Frau, von der es in Jonas’ Schule hieß, sie solle die Stadt vom Übel befreien – oder sie sei selbst das Übel. Tolles Buch.
„Der magische Adventskalender“ von Jan Brandt, illustriert von Daniel Faller, Dumont, 208 S., 25 Illustr., 17,99 €

Grimms Märchen neu illustriert
Der Berliner Flix hat zuletzt ein Abenteuer des französischen Comic-Helden Spirou gezeichnet. Hier nimmt er sich einer anderen Legende an, den Grimmschen Märchen. Klassiker wie „Rotkäppchen“, „Hans im Glück“ oder „Die Sterntaler“, insgesamt 17 an der Zahl, verfeinert er mit klarem Strich. Seine Schwarz-Weiß-Illustrationen und die elegante Aufmachung der Insel-Bücherei-Reihe frischen die alten ­Märchen wunderbar auf.
„Grimms Märchen“ von Flix (Illustrationen), Insel, 128 S., 16 €

Berliner Kunstmärchen
Walter Gottheil war um die Wende des letzten Jahrhunderts in Berlin aktiv. Seine „Berliner Märchen“, die 1902 im Orignal erschienen sind, kann man heute immer noch in diversen Nachdrucken antiquarisch bekommen. Besonders gelungen sind die Aquarelle von Franz Skarbina, die Gottheils Texte über den Kürfürsten, Chinesen im Berliner Zoo und Prinzeßchen Annina illustrieren.
„Berliner Kunstmärchen“ von Walter Gottheil, Wilko Verlag, 196 S., 10 €

Märchenbrunnen
Mit 34 mal 54 Metern ist der Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain schon ziemlich groß. Es müssen aber auch ziemlich viele in Sandstein und Muschelkalk gehauene Märchenfiguren reinpassen: Rotkäppchen und der Froschkönig, der gestiefelte Kater und Hans im Glück. Funfact: Einer der sieben Schneewittchen-Zwerge trägt die Gesichtszüge des Malers Adolph Menzel.
Am Friedrichshain/Ecke Friedenstr., ­Friedrichshain

Fairytale Bar
Gegenüber vom Märchenbrunnen liegt die Märchenbar, auch wenn sie im internationalen Teil von Berlin natürlich einen englischen Namen hat und beim Interieur auch weniger von den Gebrüdern Grimm, als von Alice im Wunderland inspiriert ist. Das Bar-Personal trägt Kostüm und Schminke, die Barkarte flüstert Mächentexte.
Fairytale Bar, Am Friedrichshain 24, ­Friedrichshain, Di–Sa 20–2.30 Uhr

Märchenviertel
Wo die Straßen Schneewittchen, Sterntaler und Dornröschen heißen, ist schon ein bisschen jwd, auf jedenfall östlicher als das FEZ und das Stadion Alte Försterei. Eigentlich konsequent, denn Märchen spielen im Wald und nicht in der Innenstadt. Der Kiez entstand in den 1920er-Jahren. Der Waldspielplatz trägt den Namen Däumeling.
Märchenviertel, Köpenick

Märchenspielplätze
Natürlich eignen sich Märchenmotive hervorragend für Spielplätze: Hexenhäuser und Burgen regen die Fantasie an. Aber es gibt Zoff im Neuköllner Märchen-Spieleland. Während der Grimmsche-Märchen-Spielplatz in der Drosselbartstraße als super gilt, gab es für den Spielplatz zu „Ali Baba und die 40 Räuber“ von Vollidioten Hasskommentare im Netz.
Märchen-Spielplatz, Drosselbartstr. 30, Neukölln, Ali Baba-Spielplatz, S-Bahnhof Neukölln

Märchenhütte
Gegenüber vom Bode-Museum stehen nun schon seit vielen Jahren verwunschene Holzhütten, die aus den polnischen Wäldern in den Monbijou-Park gekommen sind. Dort spielt die Truppe des Monbijoutheaters Klassiker für Kleine und Große, mit Dependance auf Schloss Schwante im brandenburgischen Oberkrämer.
Märchenhütte, Monbijoustr. 3b, Mitte, www.maerchenhuette.de

Glaspalast
Berlins zweite Märchentruppe hat sich von Schneewittchen inspirieren lassen: Das Hexenberg Ensemble spielt im Glaspalast (besonders schön im Winter, wenn ein Feuer im Kamin knistert) und im Pfefferberg-Theater für klein und groß die Grimmschen Geschichten.
Glaspalast, Schönhauser Allee 176. 3b, Prenzlauer Berg, Mitte, pfefferberg-theater.de

Das Grimm Grab
Es war einmal… Wilhelm und Jacob Grimm sind 1859 und 1863 verstorben, begraben sind sie auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Schöneberg. Ihre Grabstelle ist sehr nüchtern. Vier gleicharte Stelen aus schwarzem Granit erninnern nicht nur an sie, sondern auch an Wilhelms Söhne Herman und Rudolf. Für Wilhelms Tocher Auguste gab es kein Grab an der Seite ihres Vaters.
Alter St.-Matthäus-Kirchhof Großgörschenstraße 12–14, Schöneberg, tgl. 8–19 Uhr

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