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Marcel Reich-Ranicki verstorben

Marcel Reich-Ranicki

Er galt als einflussreichster Literaturkritiker Deutschlands. Am Mittwoch (18.9.) ist Marcel Reich-Ranicki im Alter von 93 Jahren gestorben.
1920 in W?oc?awek in Polen geboren, wurde er von seinen Eltern im Alter von neun Jahren zu Verwandten nach Berlin geschickt, um eine bessere schulische Ausbildung genießen zu können. Kurz nach dem Abitur wurde er 1938 von den Nationalsozialisten nach Polen zurückgeschickt. Im November 1940 wurde er zur Umsiedlung ins Warschauer Ghetto gezwungen – es begann eine Zeit, die verständlicherweise sein Leben prägen sollte. Im Februar 1943 gelang Reich-Ranicki zusammen mit seiner Frau die Flucht aus dem Ghetto. Bis zum Kriegsende lebten das Ehepaar versteckt und in ständiger Angst, entdeckt zu werden.
Ab 1958 arbeitete Reich-Ranicki als Literaturkritiker im Feuilletom der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) und wechselte zwei Jahre später zur Wochenzeitung Die Zeit nach Hamburg, wo er bis 1973 arbeitete. Als ihm in dem Jahr die Leitung der Literaturredaktion der FAZ angeboten wurde, kehrte er nach Frankfurt zurück.
Einem großen Publikum wurde Reich-Ranicki durch die Sendung „Das literarische Quartett“ im ZDF bekannt. Von März 1988 bis Dezember 2001 führte er durch die Sendung, in der er mit seinen Kritikerkollegen Hellmuth Karasek, Sigrid Löffler und einem wechselnden Gast über Literatur diskutierte. Mit der Besprechung eines Buches in der Sendung war zur damaligen Zeit eine vordere Platzierung in den Bestellerlisten schon fast garanitert.
Im März dieses Jahres gab Marcel Reich-Ranicki bekannt, an Krebs erkrankt zu sein.

Foto: Andreas Klein

Fotoquelle: Das literarische Quartett / ZDF

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