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12 moderne Skulpturen in Berlin: Von Keith Haring bis Henry Moore

Moderne Skulpturen stehen in Berlin an vielen prominenten Orten. Meist ergänzen die Werke internationaler Kunststars wie Eduardo Chillida, Richard Serra oder Keith Haring berühmte Gebäude. So wäre das Haus der Kulturen der Welt ohne Henry Moores Plastik heute kaum denkbar. Wer Lust auf etwas Kunst in der Stadt hat, sollte mal einen Spaziergang zu einem dieser Kunstwerke planen. Hier sind 12 moderne Skulpturen in Berlin, die man kennen sollte.


Eduardo Chillida

Skulpturen in Berlin: Die Eisenskulptur "Berlin" von Eduardo Chillida vor dem Bundeskanzleramt. Foto: Imago/POP-EYE/Christian Behring
Die Eisenskulptur „Berlin“ von Eduardo Chillida vor dem Bundeskanzleramt. Foto: Imago/POP-EYE/Christian Behring

Die Stahlskulptur des baskischen Bildhauers Eduardo Chillida gehört zu den bekanntesten Kunstwerken im Stadtraum. Die Ineinander greifenden Formen aus mit Rost überzogenen Stahlträgern sind ein vielverwendetes Motiv in Fernsehnachrichten und Pressefotos. Meist sprechen vor Chillidas Werk Politiker oder Journalisten.

Die schlicht mit „Berlin“ betitelte Arbeit steht seit dem Jahr 2000 vor dem Haupteingang zum Bundeskanzleramt und ist durch die Nähe zum Zentrum der Macht wohl das prominenteste Beispiel moderner Plastik in der Hauptstadt. Zumindest seit dem Fall der Mauer.

  • Vor dem Bundeskanzleramt, Willy-Brandt-Straße 1, Mitte

Brigitte Matschinsky-Denninghoff und Martin Matschinsky

Skulpturen in Berlin: "Begegnungen" von Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff. Foto: Imago/VWPics
„Begegnungen“ von Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff. Foto: Imago/VWPics

In West-Berlin setzte die Skulptur „Berlin“ von Brigitte und Martin Matschinsky-Denninghoff eine sichtbare Marke. Auf dem Mittelstreifen der Tauentzienstraße vor dem Europa Center installierte das Künstlerpaar 1987 die acht Meter hohe Plastik.

Die Skulptur besteht aus sich umrankenden Rohren aus profiliertem, silbrig scheinendem Metall. Sie entstand im Zusammenhang mit dem vom Neuen Berlin Kunstverein initiierten Projekt „Skulpturenboulevard“ zur 750-Jahr-Feier Berlins.

  • Tauentzienstraße/ Höhe Europa Center, Charlottenburg

Carl Fredrik Reuterswaerd

Skulpturen in Berlin: "Non Violence" (verknotete Pistole) des schwedischen Kuenstlers Carl Fredrik Reuterswaerd. Foto: Imago/Photothek
„Non Violence“ (verknotete Pistole) des schwedischen Künstlers Carl Fredrik Reuterswaerd. Foto: Imago/Photothek

Von den vielen Skulpturen in Berlin ist das vielleicht nicht die bekannteste, eher kennt man sie aus New York. Wer einmal dort war, sah vermutlich die verknotete Pistole des schwedischen Künstlers Carl Fredrik Reuterswaerd vor dem Hauptsitz der Vereinten Nationen. In Berlin wurde eine Replik der Skulptur, die als Symbol des Friedens gilt, im Garten des Bundeskanzleramts aufgestellt.

  • Garten des Bundeskanzleramts, Willy-Brandt-Straße 1, Mitte

Richard Serra

Plastik "Berlin Junction" von Richard Serra. Foto: Imago/Jürgen Ritter
Plastik „Berlin Junction“ von Richard Serra. Foto: Imago/Jürgen Ritter

Richard Serra gilt als einer der bedeutendsten Vertreter der Minimal Art und ist der wohl wichtigste lebende US-amerikanische Bildhauer. In seiner Anfangszeit in New York der 1960er-Jahre beschäftigte er sich mit Film, doch schon bald entdeckte er Metall als „sein“ Material für die flächigen rostbraunen Skulpturen, die ihn weltberühmt machen sollten.

In Berlin realisierte er das Projekt „Berlin Junction“, zwei nebeneinander stehende, gebogene Stahlplatten, die einen Durchgang entstehen lassen, der betreten werden darf. Die Arbeit wurde 1987 vor der Berliner Philharmonie installiert.

  • Vor der Philharmonie, Herbert-von-Karajan-Straße 1, Tiergarten

Markus Lüpertz

Teil der Odysseus-Skulptur von Markus Lüpertz auf der Monbijoubrücke. Foto: Imago/Volker Hohlfeld
Teil der Odysseus-Skulptur von Markus Lüpertz auf der Monbijoubrücke. Foto: Imago/Volker Hohlfeld

Vor dem Bode-Museum steht neuerdings eine Skulptur des renommierten Malers und Bildhauers Markus Lüpertz, der zu den am teuersten gehandelten Künstlern in Deutschland gehört. Die in ihrer Ausgestaltung reduzierte Bronzeskulptur mit eingefärbtem Gesicht, gehört zu einem Werkzyklus, in dem sich Lüpertz mit der griechischen Mythologie auseinandersetzt.

  • Monbijoubrücke, Mitte

Henry Moore

Skulpturen in Berlin: "Large Divided Oval: Butterfly" von Henry Moore vor dem Haus der Kulturen der Welt. Foto: Imago/POP-EYE/Christian Behring
„Large Divided Oval: Butterfly“ von Henry Moore vor dem Haus der Kulturen der Welt. Foto: Imago/POP-EYE/Christian Behring

Der US-amerikanische Künstler Henry Moore (1898-1986) galt noch zu Lebzeiten als Superstar der Bildhauerei. Seine glattpolierten Bronze-Plastiken sind weltweit zu sehen. Etwa in Toronto, Jerusalem, Chicago und Hongkong.

Die abstrakten, meist organisch geformten Skulpturen zeugen von einem konsequenten Stil des viermaligen Documenta-Teilnehmers. Vor dem Haus der Kulturen der Welt wurde 1987 Moores „Large Divided Oval: Butterfly“ aufgestellt. Sie kostete damals die sensationelle Summe von 3,5 Millionen DM und ist Moores letzte Arbeit.

  • Vor dem Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, Tiergarten

Keith Haring

Skulpturen in Berlin: Keith Haring "The Boxers" auf dem Potsdamer Platz. Foto: Imago/Schöning
Keith Haring „The Boxers“ auf dem Potsdamer Platz. Foto: Imago/Schöning

Der New Yorker Maler Keith Haring (1958-1990) ist nicht nur Teil der Kunstgeschichte sondern auch der Popkultur. Seine ikonischen, farbenfrohen und reduzierten Motive verweisen ebenso auf die Ästhetik von Comics wie auch auf die in den 1970er- und 1980er-Jahren aufkeimende HipHop-Szene, dabei vor allem deren visuellen Ebene: Graffiti und Street Art. So bemalte er 1986 ein Segment der Berliner Mauer in der Nähe des ehemaligen Grenzübergangs Checkpoint Charlie.

Neben Gemälden adaptierte Haring gelegentlich seine klar wiedererkennbaren Motive als Skulpturen. So etwa die aus einem roten und einem blauen Männchen bestehende Arbeit „Untitled (Boxers)“, die 1988 entstand und seit 1998 am Potsdamer Platz aufgestellt ist.

  • Potsdamer Platz, Mitte

Hans Uhlmann

Skulpturen in Berlin: Skulptur von Hans Uhlmann vor der Deutschen Oper. Foto: Imago/Hoch Zwei/Angerer
Skulptur von Hans Uhlmann vor der Deutschen Oper. Foto: Imago/Hoch Zwei/Angerer

Die Deutschen Oper an der Bismarckstraße in Charlottenburg gilt als hervorragendes Beispiel für die West-Berliner Nachkriegsmoderne. Errichtet wurde das markante Gebäude 1961 von dem Berliner Architekten Fritz Bornemann.

Herausragende Architektur wird oftmals um herausragende Skulpturen ergänzt. So auch in diesem Fall. Vor Bornemanns Bau wurde eine geometrisch-minimalistische Plastik des Bildhauers Hans Uhlmann installiert. An diesem Zusammenspiel zeigt sich eine Sinn gebende Einheit aus Kunst und Architektur.

  • Vor der Deutschen Oper, Bismarckstraße 35, Charlottenburg

Henry Moore

Skulpturen in Berlin: "Die Liegende" von Henry Moore, vor dem Eingang zur Akademie der Künste, Hanseatenweg. Foto: Imago/POP-EYE/Christian Behring
„Die Liegende“ von Henry Moore, vor dem Eingang zur Akademie der Künste, Hanseatenweg. Foto: Imago/POP-EYE/Christian Behring

Henry Moore ist der einzige Künstler, der in dieser Liste zwei mal gewürdigt wird. Doch neben seiner Plastik, die vor dem Haus der Kulturen der Welt zu sehen ist, muss hier auch „Die Liegende“ vor der Akademie der Künste am Hanseatenweg Erwähnung finden.

Ähnlich wie an dem Beispiel Deutsche Oper und Hans Uhlmann, zeigt sich auch hier, wie Architektur und Kunst korrespondieren können und ein Ganzes bilden. Ursprünglich sollte die 2,40 Meter große Bronzeskulptur nur während einer Moore-Ausstellung, die die Akademie 1961 ausgerichtet hat, vor der Akademie stehen. Doch der Architekt Werner Düttmann setzte sich persönlich für den Verbleib der Arbeit in Berlin ein.

  • Vor der Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, Tiergarten

Günther Uecker

Skulptur für Götz Friedrich von Günther Uecker. Foto: Imago/Steinach
Skulptur für Götz Friedrich von Günther Uecker. Foto: Imago/Steinach

Selbst wenn man sich nicht mit zeitgenössischer deutscher Malerei auskennt, kennt man Günther Ueckers Nagelbilder. Der 1930 geborene Maler und Objektkünstler haut seit Jahrzehnten die groben Metallstifte in Leinwände, Holzklötze und auch mal in ein Fernsehgerät.

Ueckers Skulptur für den Regisseur und Intendanten Götz Friedrich, der die Deutsche Oper von 1981 bis 2000 leitete, zeigt ein Buch, das durch einen Nagel durchstochen wird. Die Arbeit entstand im Zusammenhang mit der Benennung des Platzes neben der Deutschen Oper in Götz-Friedrich-Platz.

  • Götz-Friedrich-Platz, Charlottenburg

César Manrique

"Spiele des Windes", Skulptur von Cesar Manrique. Foto: Imago/POP-EYE/Christian Behring
„Spiele des Windes“, Skulptur von Cesar Manrique. Foto: Imago/POP-EYE/Christian Behring

Die Arbeit des spanischen Bildhauers César Manrique steht auf dem Parkplatz vor dem Messegelände und unweit von Hans Poelzigs Klassiker der modernen Architektur, dem Haus des Rundfunks. 1992 wurde das geometrisch in die Höhe ragende Werk „Windspiele“ aus poliertem Metall aufgestellt. Auf drei quadratischen Stützen ist ein Rahmen geschweißt, in dem sich drehbare Elemente befinden, die vom Wind bewegt werden können.

  • Hammarskjöldplatz 3, Charlottenburg

Wolf Vostell

"Zwei Beton-Cadillacs in Form der nackten Maja" von Wolf Vostell. Foto: Imago/Raimund Müller
„Zwei Beton-Cadillacs in Form der nackten Maja“ von Wolf Vostell. Foto: Imago/Raimund Müller

Nicht nur Architekten, die im Stil des Brutalismus bauten, fanden Gefallen an dem Werkstoff Beton. Auch der Berliner Fluxus-Künstler Wolf Vostell wusste das graue Gemisch in seinem Werk einzusetzen. Mitten auf den Rathenauplatz im Charlottenburger Ortsteil Grunewald stellte er 1987 seine „Beton Cadillacs“ auf, die in ihrer Form der „Nackten Maja“ nachempfunden sind, einem Gemälde des spanischen Malerfürsten Goya. So heißt Vostells Skulptur korrekt „2 Beton Cadillacs in Form der nackten Maja“ – und reflektiert die Vergänglichkeit der Autokultur.

  • Rathenauplatz, Grunewald

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