Kultur

Modische Badeenten

Modische Badeenten

Angefangen hatte alles mit einem Zufallsfund: eine Badeente – ?mit Matrosenmütze. Wie lustig! Sagte die achtjährige Tochter. Also wurde die Ente gekauft. Schnell sprach sich in der Familie herum, dass das Kind ein Faible für exotische Badeenten hatte. Damals war es noch eine echte Herausforderung, die frisch gestartete Entensammlung mit neuen, unbekannten Exponaten zu ergänzen. Wer zu Festtagen ein, zwei Exemplare heran­schaffen konnte, wurde mit kindlicher Freude belohnt. Es kamen: Enten mit Taucherbrillen, Teufelshörnern, Irokesenhaarschnitt oder mit Afro-Look. Doch, ignoriert von der Verwandtschaft, wendete sich das Blatt plötzlich. Die Marktwirtschaft begann zu zeigen, wozu sie fähig ist. Ein Badeenten-Boom unbekannten Ausmaßes begann. Zu Festtagen zogen bei uns ein: Badeenten mit Tigerstreifen, als Wikinger, Feuerwehrmann, Cowboy … Dass die Freude längst Resignation gewichen war – geschenkt. Was tun? Unser aktueller Plan: Ab sofort wird zurückgeschenkt. Enten mit Dirndl, als Oma und, ein bisschen perfide, „Rub Duckie“, die geknebelte Sado-Maso-Ente im Bondage-Look.

Text: Eva Apraku

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