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Bud Spencer Museum in Mitte eröffnet: „Plattfuß kommt nach Berlin“

Seit Ende Juni ist die temporäre Ausstellung „Plattfuß in Berlin“ eröffnet. Auf 500 Quadratmetern Museumsfläche wird im Römischen Hof das vielseitige Leben von Carlo Pedersoli, besser bekannt als Bud Spencer, geehrt. Der Großteil der Exponate stammt aus dem Privatbesitz seiner Familie und ermöglicht daher eine intime Auseinandersetzung mit dem beliebten Schauspieler, der so viel mehr war als ein liebenswerter Hüne mit den wohl berüchtigsten Fäusten der Filmgeschichte. Wir erklären, warum sich der Besuch lohnt.

Bud Spencers Kinder posieren beim Pre-Opening des Museums vor dem lebensgroßen und unheimlich realistischen Silikonabbild ihres Vaters. Foto: Imago/Future Image

Kultstar Bud Spencer: Eigenes Museum in Berlin

Unter den Linden, direkt vor dem Römischen Hof, stolziert ein Cowboy herum: Ausgestattet mit Stiefeln, Hosenträgern, Patronengurt und sogar einem Colt, der in authentischer Westernmanier im Lederhalfter auf ein Revolverduell wartet. Wenige Meter weiter steht ein kräftiger Mann mit schwarzem Vollbart und zusammengekniffenen Augen. Wer das Bud Spencer Museum besucht, ohne zu wissen, dass der Schauspieler vor fünf Jahren gestorben ist, würde sicherlich aufgeregt nach einem Autogramm fragen.

Cowboys, Doubles und unzählige Fans in Film-Shirts machen bereits das Schlangestehen zum Erlebnis. Wieder einmal wird deutlich: Bud Spencer ist Kult! Filme wie „Vier Fäuste für ein Halleluja“(1971), „Zwei wie Pech und Schwefel“ (1974) und „Sie nannten ihn Mücke“ (1978) feierten auch in Deutschland riesige Erfolge, laufen bis heute immer wieder im Fernsehen. Der schlagfertige, doch stets liebenswerte Hüne wurde für viele Menschen zum Kindheitshelden und begleitete sie ein Leben lang. Die Faszination für Bud Spencer und seinen langjährigen Filmpartner Terence Hill ist auch Jahrzehnte nach Erscheinen der berühmten Actionkomödien längst nicht erloschen.

Zum Verwechseln ähnlich: Bud Spencer Double Rico Weidner beim Pre-Opening vom Bud Spencer-Museum im Römischen Hof. Foto: Imago/Future Image

Was gibt es im Bud Spencer Museum zu sehen?

Fast 400 Exponate aus Bud Spencers Leben wurden für „Plattfuß in Berlin“ zusammengetragen. Die meisten Ausstellungsstücke stammen aus dem Privatbesitz der Familie Pedersoli. So geraten viele persönliche Gegenstände erstmalig an das Licht der Öffentlichkeit. Hierbei lag es Bud Spencers Kindern und den ehrenamtlichen Kuratoren am Herzen, auch die unbekannteren Seiten aus dem vielseitigen Leben des Schauspielers zu beleuchten: Lange bevor Carlo Pedersoli zu Bud Spencer wurde, feierte er als Schwimmer große Erfolge.

Zwischen 1949 und 1956 gewann er zehn italienische Meisterschaften und nahm sogar zwei Mal an den Olympischen Spielen teil. Fotos, Medaillen und Pokale bezeugen diese erfolgreiche Sportlerkarriere. Dass Bud Spencer auch als Komponist, Unternehmer, Sänger, Autor und Pilot aktiv war, zeigen verschiedene Fotos, Ausweise, Urkunden, Schallplatten, Bücher und die originale Pilotenausrüstung. Es ist beeindruckend, wie viel Bud Spencer neben den 128 Filmen, in denen er mitgespielt hat, erreicht hat.

Die Bud-Spencer-Ausstellung überzeugt besonders durch Privatgegenstände aus dem Familienbesitz. So sind originale Urkunden, Reisepässe, Ausweise und unveröffentlichte Fotos zu sehen. Foto: Imago/Future Image

Natürlich darf bei all der Vielfältigkeit nicht Bud Spencers Hauptvermächtnis vernachlässigt werden. Im Bud Spencer Museum finden sich daher allerhand Filmkostüme, Drehbücher, Plakate, gewonnene Schauspieltrophäen, Fanartikel und Requisiten. Zu den Highlights gehören ein knallroter Ford Escort MK1, wie ihn Bud Spencer in „Zwei wie Pech und Schwefel“ fährt, ein originalgetreu restaurierter VW Puma Strandbuggy und ein authentischer Nachbau des ikonischen Eiswagens aus „Zwei sind nicht zu bremsen“ (1978). Beeindruckend ist auch die lebensgroße und erschreckend realistische Silikonfigur, die die Berliner Künstlerin Lisa Büscher nach dem Abbild Bud Spencers anfertigte. Für das Kopfhaar wurden zwischen 100.000 und 200.000 echte Haare verarbeitet, für den typischen Vollbart 10.000 bis 15.000. Das Westernhemd, das die Figur trägt, wurde in Italien auf Maß angefertigt.

Mehr als 100.000 echte Haare verarbeitete die Berliner Künstlerin Lisa Büscher für die lebensechte Silikonfigur. Foto: Imago/Future Image

Bud Spencer Museum in Berlin: Der Besuch lohnt sich!

Auch wenn das Museum relativ klein ist und die Besichtigung daher nicht zu viel Zeit in Anspruch nimmt, lohnt sich ein Besuch allemal. Hauptgrund hierfür ist die Leidenschaft und Liebe zu Bud Spencer, die in diese Ausstellung gesteckt wurden. Überall ist zu spüren, dass die Museumsmacher:innen keine Kosten und Mühe gescheut haben, um diesen faszinierenden Menschen zu ehren.

Die gefühlvolle, audiovisuelle Reise durch ein außergewöhnliches Leben wird auch Menschen bewegen, die vorher nichts mit Bud Spencer zu tun hatten. Insgesamt soll das Museum nicht nur ein Ausstellungsort sein, sondern zum Treffpunkt für Fans, Familie und Freund:innen werden. So sollen immer freitags und samstags Sonderveranstaltungen wie Shows, Konzerte, Filmabende und Interviews stattfinden. Im Souvenirshop gibt es wunderbare Fanartikel wie einen Bud Spencer Whiskey, Blechschilder, Poster und T-Shirts, im Museums-Bistro kann unter anderem die Eiscreme von Terence Hill gekostet werden.

Um es in den Worten des Kurators Eric Heyse auszudrücken: „Die Menschen sollen die Atmosphäre dieses Museums genießen, die Liebe und die Arbeit, die darin steckt und sich einfach daran erfreuen, was für ein toller Mensch Bud Spencer gewesen ist.“

  • Plattfuß in Berlin – die große Bud-Spencer-Ausstellung Unter den Linden 10, Mitte, tgl. 10-20 Uhr, Tickets 12€/ erm.10€/ Kinder/Jugendliche 8€, budspencer-museum.com

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