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Abends ins Museum in Berlin: Diese Orte könnt ihr nach Feierabend besuchen

Ihr wollt nach Feierabend ins Museum? In Berlin könnt ihr zumindest einige Ausstellungen auch abends noch besuchen. Ein bisschen kniffelig ist das schon, denn viele Häuser schließen ihre Türen unter der Woche schon um 18 Uhr – mit einem klassischen Nine-to-five-Job hat man da schlechte Chancen. Aber wir wollen euch hier nicht erzählen, was nicht geht, sondern zeigen, welche Berliner Museen auch um 20 oder 21 Uhr noch geöffnet sind.


Nach der Arbeit ins Deutsche Spionagemuseum

Nach Feierabend könnt ihr im Deutschen Spionagemuseum in die Welt der Geheimdienste abtauchen. Foto: Deutsches Spionagemuseum

Der Arbeitstag zieht sich und euch dürstet nach Abwechslung? Nach Feierabend können wir euch da einen Besuch im Deutschen Spionagemuseum empfehlen, denn das Museum ist täglich bis 20 Uhr geöffnet. Die interaktive Hightech-Ausstellung macht auch ohne Koffein hellwach, indem sie euch in die dunkle Welt der Spionage und Geheimdienste entführt.

Aus nächster Nähe betrachten könnt ihr hier etwa eine Rekonstruktion des „bulgarischen Regenschirms“, der 1978 vom KGB in London für ein Attentat verwendet worden sein soll und damit in die Geschichte einging. Und auch sonst ist im Repertoire des Spionagemuseums von versteckten Maschinenpistolen in Aktenkoffern bis hin zur berühmt berüchtigten Enigma alles geboten, was das Spionage-Herz begehrt.

Wer all das aus nächster Nähe sehen und mehr zu Berlin als Hauptstadt der Spione während des Kalten Krieges erfahren möchte, sollte nach Feierabend einen Zwischenstopp beim Deutschen Spionagemuseum einlegen.

  • Deutsches Spionagemuseum, Leipziger Platz 9, Mitte, täglich 10-20 Uhr, 12/ erm. 8 € (Eintritt bis 6 Jahre frei), 030/398 20 04 51, Website

Nach Feierabend die Ausstellungen im Humboldt-Forum besuchen

Die Ausstellungen im Humboldt Forum sind gleich mehrere abendliche Besuche wert. Foto: Imago/Michael Kneffel

Im Humboldt Forum im Berliner Schloss kommt ihr nach Feierabend gleich mehrfach auf eure Kosten. Bis auf den Ruhetag am Dienstag könnt ihr dort alle drei Dauerausstellungen von Montag bis Freitag bis 20 Uhr besuchen.

Tipp: Da für das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst jeweils 90 Minuten, für Berlin Global circa 120 Minuten und für Nach der Natur etwa 60 Minuten Besuchszeit veranschlagt werden, empfehlen wir, euch für die drei Ausstellungen an separaten Abenden Zeit zu nehmen.

Zu sehen beziehungsweise zu hören gibt es im Ethnologischen Museum und im Museum für Asiatische Kunst etwa kunstvolle Schnitzereien aus Ozeanien und ein japanisches Teehaus genauso wie räumliche Klangerfahrungen in „Klänge der Welt“. Hier könnt ihr Einblick in unterschiedliche Perspektiven zu universalen Menschheitsfragen erhalten und im wahrsten Sinne des Wortes euren Horizont erweitern – oder nachvollziehen, warum das Museum so umstritten ist. tipBerlin-Kunstredakteurin Claudia Wahjudis Kommentar zur Raubkunst-Debatte ums Humboldt Forum lest ihr hier.

  • Ethnologisches Museum und Museum für Asiatische Kunst Schloßplatz, Mitte, Mo 10-20 Uhr, Mi+Do 10-20 Uhr, Fr+Sa 10-22 Uhr, So 10-20 Uhr, Eintritt kostenlos, 030/992 11 89 89, Website

Berlin mag sich das ein oder andere Mal bekanntlich für den Nabel der Welt halten. Von tatsächlichen Wechselwirkungen zwischen Berlin und deren Bewohnern mit der Welt erzählt die interaktive Ausstellung „Berlin Global“. In sieben Themenräumen erfahrt ihr, wie Berlin und seine Bewohner:innen mit der Welt vernetzt sind und waren.

  • Berlin Global Schloßplatz, Mitte, Mo 10-20 Uhr, Mi+Do 10-20 Uhr, Fr+Sa 10-22 Uhr, So 10-20 Uhr, 7/ erm. 0 € (Eintritt bis 18 Jahre frei), 030/992 11 89 89, Website

Für das Klima kann es niemals genug Aufmerksamkeit geben. Seinen Beitrag dazu leistet das Humboldt Forum mit der Ausstellung „Nach der Natur“. Wer nach Feierabend interaktiv aufbereitete Informationen von wichtigen Forscher:innen zu Umwelt- und Ressourcenfragen sammeln möchte, ist hier an der richtigen Adresse.

  • Nach der Natur Schloßplatz, Mitte, Mo 10-20 Uhr, Mi+Do 10-20 Uhr, Fr+Sa 10-22 Uhr, So 10-20 Uhr, Eintritt kostenlos, 030/992 11 89 89, Website

DDR-Museum Berlin ist abends bis 21 Uhr geöffnet

Wie ein Feierabend in der DDR hätte aussehen können. Foto: DDR Museum, Berlin 2017

Hautnahe Einblicke in das Leben hinter der Mauer ermöglicht die Dauerausstellung „Alltag eines vergangenen Staates zum Anfassen“ im DDR Museum. Unter anderem gibt es eine originalgetreu eingerichtete Plattenbauwohnung zu besichtigen. Ohne Ostalgie-Overload möchte das Museum zur wissenschaftlichen Aufarbeitung der DDR beitragen. Alle wichtigen Infos zum Besuch des DDR-Museums findet ihr hier.

  • DDR Museum, Vera-Brittain-Ufer, Karl-Liebknecht-Str. 1, Mitte, Täglich 9-21 Uhr, 9,80/ erm. 6,00 € (Eintritt bis 6 Jahre frei), 030/847 12 37 31, Website

Auch nach Feierabend offen: DDR-Motorrad-Museum

Im DDR Museum lassen sich Gefährte aus 40 Jahren DDR-Zweiradproduktion bestaunen. Foto: Imago/Schöning

Etwas mehr Special-Interest, aber für Fans von motorisierten Zweirädern der Geheimtipp für den Feierabend: das DDR Museum: Motorrad. Knapp 10 Minuten Fußweg vom eigentlichen DDR Museum entfernt lassen sich hier Motorräder, Motorroller, Mopeds und Gespanne aus 40 Jahren DDR-Zweiradproduktion bestaunen. Auf 800 Quadratmetern Ausstellungsfläche gibt es zwischen Hackeschem Markt und dem Bahnhof Alexanderplatz nicht nur Kult-Klassiker wie die Schwalbe, sondern auch echte Seltenheiten zu entdecken.

  • DDR Museum: Motorrad Rochstraße 14c, Mitte, Täglich 9-21 Uhr, 8/ erm. 6 € (Eintritt bis 6 Jahre frei), 030/24 04 57 25, Website

Hier könnt ihr donnerstags nach der Arbeit ins Museum

Während der erste Sonntag im Monat bekanntlich Museumssonntag in Berlin ist, gibt es auch so etwas wie den Museumsdonnerstag. Jeden Donnerstag könnt ihr in einigen der spannendsten Museen statt Ermäßigungen nämlich längere Öffnungszeiten mitnehmen.

Und wie ließe sich der kleine Freitag besser zelebrieren als mit einem Besuch in Berliner Museen, die abends länger geöffnet sind? So könnt ihr euch geistig schon einmal frischen Wind um die Nase wehen lassen, um inspiriert in den Freitag und das Wochenende zu starten. Für euren Museumsdonnerstag können wir euch folgende Museen nach Feierabend ans Herz legen:

Donnerstags abends länger geöffnet: Der Hamburger Bahnhof

Im Hamburger Bahnhof sind unter anderem Werke von Andy Warhol oder Joseph Beuys ausgestellt. Foto: Imago/agefotostock/Novarc Images/ Christian Reister

So einiges, was Rang und Namen in der Gegenwartskunst hat, findet ihr im Hamburger Bahnhof / Museum für Gegenwart Berlin versammelt. Hier könnt ihr Werke von niemand geringeren als Andy Warhol und Joseph Beuys bestaunen und kommt als Fans von Malerei oder Objekt- und Medienkunst genauso auf eure Kosten wie Fotografieliebhaber. Das Ausstellungshaus zählt zu den Museen in Berlin, die abends länger geöffnet sind – zumindest manchmal. Denn jeden Donnerstag ist der Besuch hier bis 20 Uhr möglich.

  • Hamburger Bahnhof, Invalidenstraße 50-51, Moabit, Di+Mi 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, Fr 10-18 Uhr, Sa-So 11-18 Uhr, 10/ erm. 5 € (Eintritt bis 18 Jahre frei), 030/266 42 42 42, Website

Auch die Neue Nationalgalerie ist am Donnerstagabend länger offen

Die Neue Nationalgalerie kann sich architektonisch sehen lassen – an Donnerstagen auch länger als sonst, dann ist das Museum bis 20 Uhr geöffnet. Foto: Imago/Schöning
Die Neue Nationalgalerie kann sich architektonisch sehen lassen – an Donnerstagen auch länger als sonst, dann ist das Museum bis 20 Uhr geöffnet. Foto: Imago/Schöning

Die 2021 wiedereröffnete Neue Nationalgalerie ist als Architektur- und Kulturikone ohnehin immer einen Besuch wert. 1968 wurde der „Tempel der Moderne“ von Bauhaus-Architekt Mies van der Rohe eröffnet und beherbergt bildende Kunst des 20. Jahrhunderts. Wie ließe sich der kleine Freitag besser zelebrieren als mit einem Besuch dieses schönen Museums? Bis 20 Uhr sind die Ausstellungen donnerstags geöffnet, so könnt ihr euch geistig schon einmal frischen Wind um die Nase wehen lassen, um inspiriert in den Freitag und das Wochenende zu starten.

  • Neue Nationalgalerie, Potsdamer Str. 50, Tiergarten, Di+Mi 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, Fr-So 10-18 Uhr, 12/ erm. 6 € (Eintritt bis 18 Jahre frei), 030/266 42 42 42, Website

Nach Feierabend ins Museum für Fotografie

Fotografien aus drei Jahrhunderten könnt ihr im Hamburger Museum für Fotografie bestaunen. Foto: Imago/Photopress Müller

Im Gebäude des ehemaligen Landwehrkasinos kommen Fotobegeisterte donnerstags nach Feierabend bis 20 Uhr auf ihre Kosten. Das Museum für Fotografie zeigt Fotos aus dem 19. bis 21. Jahrhundert. Lohnt sich, was ihr dort seht? Jede Woche geben wir euch in unserem Ausstellungs-Überblick aktuelle Tipps.

  • Museum für Fotografie Jebensstraße 2, Charlottenburg, Di+Mi 11-19 Uhr, Do 11-20 Uhr, Fr-So 11-19 Uhr, 10/ erm. 5 € (Eintritt bis 18 Jahre frei), 030/266 42 42 42, Website

Abends länger geöffnet: das Deutsche Historische Museum

Im Deutschen Historischen Museum lässt es sich donnerstags auch am Abend auf Zeitreise gehen. Foto: Imago/Travel-Stock-Image

Wer nach der Arbeit auf Zeitreise gehen möchte, sollte in Deutschlands nationalem Geschichtsmuseum vorbeischauen. Mit dem Zeughaus und dem Pei-Bau trifft im Deutschen Historischen Museum (DHM) Barock auf moderne Architektur. Während das Zeughaus bis voraussichtlich Ende 2025 geschlossen bleibt, ist der Pei-Bau mit seinen wechselnden Ausstellungen zu prägenden Ereignissen und Personen der deutschen Geschichte weiterhin immer einen Besuch wert.

  • Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 2, Mitte, Mo-Mi 10-18 Uhr, Do 10-20 Uhr, Fr-So 10-18 Uhr, 8/ erm. 4 € (Eintritt bis 18 Jahre frei), 030/20 30 40, Website

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So ein Museumsbesuch kann schon mal hungrig machen. Auf der Suche nach späten köstlichen Stärkungen werdet ihr hier fündig: Nachts geöffnet: In diesen Restaurants gibt es auch spät Essen. Und falls ihr euch doch lieber ein bisschen die Beine vertreten möchtet, können wir euch empfehlen, bei späten Spaziergängen Berlin im Dunkeln erkunden.

Gratis ins Museum? Geht in Berlin jeden ersten Sonntag im Monat – die Infos zum Museumssonntag hier. Mit unserer Museums-Rubrik bleibt ihr immer auf dem neuesten Stand, was aktuelle Ausstellungen in Berlin angeht. Ein echtes Unikat: Das Samurai Museum Berlin – das erste dieser Art in Europa. Diese Museen in Potsdam sind der beste Beweis dafür, dass es sich auch mal lohnen kann, ein Stück hinauszufahren.