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Samurai Museum Berlin: Japanische Kultur an der Auguststraße

Das Samurai Museum Berlin ist europaweit das erste Museum, das sich mit Kunst und Geschichte der japanischen Kriegerkaste beschäftigt. Das Zeitalter der Samurai ist zwar endgültig vorbei, seit aus Japan eine moderne Industrienation geworden ist, aber der Mythos wurde und wird kulturell vielfach verarbeitet – und nicht selten romantisert. Was euch im Samurai Museum Berlin erwartet, lest ihr hier.

Im Samurai Museum Berlin lässt sich die Kultur und Geschichte der Samurai erleben. Foto: Sylwia Makris

Samurai Museum Berlin: Wiedereröffnung statt Neueröffnung

Das Samurai Museum Berlin öffnet seine Pforten – wobei es sich dabei streng genommen um eine Wiedereröffnung nach dem Umzug handelt. Denn schon 2017 eröffnete in Dahlem das Samurai Art Museum fürs Publikum, doch der Standort im Südwesten ist geschlossen und wird in ein Recherchezentrum umgebaut. Die gesamte Sammlung ist nach Mitte in ein größeres Haus gezogen, um die gewachsene Zahl an Objekten ausstellen zu können. Im neu eröffneten Museum werden mehr als 1.000 Stücke zur Kultur und Geschichte der Samurai zu sehen sein.

Besitzer der umfassenden Sammlung ist der Unternehmer Peter Janssen. Dessen Leidenschaft für die Kultur der Samurai begann vor über 30 Jahren auf einem der aufregendsten Flohmärkte in Berlin: dem Trödelmarkt an der Straße des 17. Juni. Dort ergatterte er ein Samurai-Schwert, das allerdings nicht aus der Zeit der Samurai stammt. Es handelte sich um einen Nachbau, entstanden in der Zeit des Zweiten Weltkriegs.

Kein authentisches historisches Objekt also, aber Janssens Leidenschaft für japanische Geschichte war geweckt. Aus zunächst wenigen Sammlerstücken wurde ein privates Japan-Zimmer. Und daraus folgte die Idee für ein Museum und nun die größere Ausstellung im Samurai Museum Berlin. Mit der Präsentation seiner Sammlung möchte Janssen seine „Begeisterung für die japanische Kultur und Geschichte der Samurai über die Generationen hinweg teilen“.

Samurai Museum Berlin: Geschichte und moderne Museumstechnik

Thematisch soll die Ausstellung die Kultur und Geschichte der Samurai aus möglichst vielen Perspektiven betrachten. Im Museum werden also nicht nur historische Waffen und Rüstungen ausgestellt, sondern auch ein umfassender Blick auf den Mythos der Samurai geworfen: Die Ausstellung behandelt beispielsweise auch japanische Kalligrafie, japanisches Handwerk, die Rolle der Frau und das Alltagsleben der Krieger. Außerdem wird auch zeitgenössische Kunst ausgestellt, die von der Kultur der Samurai beeinflusst wurde.

Im Samurai Museum Berlin setzt man auf eine Medientechnik, die die Ausstellung zu einem aktiven Erlebnis machen soll, wie hier in einem Konzeptbild des Museums. Foto: Ars Electronica Solutions

Bei der Umsetzung des Museum setzen Gründer Peter Janssen und sein Team auf moderne Medientechnologie. Das Samurai Museum Berlin soll keine leblose Präsentation der Sammlung werden. Deshalb werden die Besucher:innen beispielsweise vom medialen Fuchs Kitsune begleitet, der als Wegweiser durch das Museum führt, zur Interaktion mit den Exponaten auffordert und Wissen vermittelt. Die Ausstellung soll für Besucher:innen eine „aktive und intensive Erfahrung“ werden und damit zu einer Auseinandersetzung mit der japanischen Kultur einladen. Die Mischung aus Geschichte und Modernität ist kein Zufall: Schließlich möchte Janssen mit seinem Museum in Dauer- und Wechselausstellungen Bezüge zwischen der Samurai-Kultur und der Gegenwart aufzeigen.

  • Samurai Museum Berlin Auguststraße 68, Mitte, ab 8.5.2022, tägl. 11–19 Uhr, Tickets kosten 12, erm. 8 Euro, Tel. 030/62 97 56 36, online

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Das Museum gehört dazu, aber von Kirschbäumen bis Manga-Shops findet ihr hier mehr Japan in Berlin. Neben Peter Janssens Ausstellungshaus eröffnen 2022 diese neuen Museen in Berlin und Potsdam. Wir halten euch immer über aktuelle Ausstellungen in Berlin auf dem Laufenden. Wem eine Samurai-Ausstellung in Berlin nicht originell genug ist, für den haben wir die außergewöhnlichsten Museen in Berlin gesammelt. Noch mehr Tipps findet ihr in unserer Museums-Rubrik.