Country2Country 2026: Zwischen Tradition und Moderne

2026 bleibt der Nashville Sound ein Schüttelbad der Gefühle. Hier der aufblühende Modern Traditionalism, dort der überproduzierte Chartssound, der mit True Country wenig zu tun hat. Mittlerweile im fünften Jahr ist die Berlin-Ausgabe von C2C die Visitenkarte des aktuellen Nashville Sounds. Seit 2013 will dieses internationale Format Europa klarmachen, dass Nashville nicht nur ein Ort auf der Landkarte, sondern eine musikalische Kategorie ist – und die wird 2026 durchaus erschüttert.
Nachdem Künstler:innen wie Shaboozey, Beyoncé, Lil Nas X und Post Malone die Kriterien erweitert haben, geht es in diesem Jahr Back to the Roots. Zach Top (Foto) steht für einen neuen Traditionalismus, der sich wie ein Antipol zu Nashville verhält: warmherziges Storytelling, bewusstes Old-School-Auftreten, Pedal Steel und Twang-Gitarren, radiofreundlicher 1990er-Jahre-Sound. Der frischgebackene Grammy-Gewinner ist die Sensation des Line-ups, während Waylon Wyatt eine Art Jake Bugg des Country ist.
Country2Country: Die Visitenkarte des Nashville Sounds
Der 19-jährige Südstaatler ist NME-Protegé und TikTok-Star, steht für jugendliche Authentizität und ist gleichwohl von Größen wie Waylon Jennings geprägt. Auch die Kanadierin Noeline Hofmann steht für einen Banjo- und Pedal-Steel-Sound, verzichtet auf die typisch weibliche Sweetness, während Elizabeth Nichols mit witzigem Honky-Tonk unterhält. Man kann nur hoffen, dass diese neue Charme-Attacke nicht vom Male Rock erdrückt wird. „ICE Out“ wird man eher nicht hören, dafür gibt Tyler Childers am 15. März in der gleichen Halle ein Konzert, das fast alles entschädigt.