They’ve got style: Die Dexys Midnight Runners sind zurück

Ihre Looks sind so legendär wie ihr größter Song. Latzhosen, Halstücher, Arbeitsjacken, Schiebermützen – die Dexys Midnight Runners liefen schon in den 1980ern so stylisch durch Birmingham wie Jahrzehnte später die „Peaky Blinders“ auf der BBC. Die Band und die Serie teilen das Faible für die Ästhetik der 1920er.
So erzählen Fans gerne, dass die Musiker:innen mit Ladendiebstählen zu ihren Bühnenoutfits kamen, sogar die Tapes ihres Debütalbums sollen die Soul-Ganoven damals aus dem Aufnahmestudio entwendet haben, um einen besseren Deal auszuhandeln. Neben den Erfolgen kam es immer wieder zu Streitereien, Skandalen, Rausschmissen und Neuformationen. Es ist nicht immer leicht, eine Gang zu sein. Und Kevin Rowland, irischer Abstammung und Working-Class-Hero, spielt bis heute so gerne den Big-Boss, dass es nur wenige Kollegen lange mit ihm ausgehalten haben.
Der große Streich der Dexys Midnight Runners
Nun aber der große Streich: Nach mehr als 40 Jahren, etlichen Nebenprojekten und Umbenennungen ist im September wieder ein Album unter dem originalen Bandnamen erschienen. Die Platte folgt auf Rowlands Autobiografie „Bless Me Father“. So ist „Love“ eine Reise durch ein bewegtes Leben. Über cineastischen Streicherteppichen und Soul-Grooves aus der goldenen Zeit der Tanzmusik erzählt der Musiker von Identitätsschwierigkeiten zwischen Irland und England, einer intensiven Kindheit, der ambivalenten Beziehung zu seiner Familie, von Triumphen und Abstürzen. Ein großes Finale einer berüchtigten Band – und eines streitbaren Charakters. Musik und Look bleiben cool – und vor allem eigen. Was war denn jetzt aber eigentlich der eingangs erwähnte Mega-Song? Weil die Gruppe in deutschen Chart-Shows und 80er-Radiosendern gerne mal als One-Hit-Wonder missverstanden wird, will man es fast gar nicht sagen. Aber: „Come On Eileen“ ist halt einfach ein All-Time-Favourite.