Das Harmonica FEN Festival feiert drei Tage lang die Mundharmonika

Dass die Mundharmonika mehr ist als das Instrument der traurigen Blueser, wissen Fans des Harmonica FEN Festivals. Seit einiger Zeit wird Berlin zum Mekka der handlichen Harp. An drei Tagen Ende Mai spielen, unterrichten, jammen und erfreuen sich Gäste aus aller Welt sowie einige örtliche Aficionados an den Sounds, die durch das rhythmische Einblasen über die Durchschlagzungen aus Metall in parallel angeordneten Luftkanälen entstehen.
Aus Amsterdam stammt Hermine Deurloo, die dort aus der Jazzszene nicht wegzudenken ist. Mikael Bäckman und seine Band John Henry sind tief in der Bluestradition verwurzelt und spielen, wie man es vielleicht von einem Mundharmonika-Festival erwarten würde, doch ein derart tiefer Blues ist an der Spree nur selten zu hören. Der aus Westbengalen stammende Shubhranill Sarkar repräsentiert wiederum die indische Harp-Schule und überführt Ragas und andere Formen klassischer indischer Musik in die Gegenwart. Interessant dürften auch die Jam-Sessions werden, die jeweils von einem Spieler eingeleitet werden, etwa dem deutschen Boogie-Woogie-Spezialisten Bertram Becher oder dem belgischen Sänger und Mundharmonikaspieler Steven Troch.
Wer nicht nur abends zuschauen möchte, kann an einem der Workshops oder einer Masterclass am Vormittag teilnehmen – hier sind die Plätze allerdings begrenzt. Zu guter Letzt spielt das Free Reeds All Star Quartett: Musiker aus aller Welt zelebrieren hier eindrucksvoll Instrumente mit durchschlagender Stimmzunge, etwa die Maultrommel. Hört man so nicht oft!