Der Lavendel blüht im Lido

Der Soundtrack für eine hochsommerliche Fahrradfahrt durch die Provence. Juliana Melody Prochet ist in ebendieser romantischen Region im Südosten Frankreichs aufgewachsen. Ihre sphärischen Klanglandschaften lassen den Lavendel blühen. Ihre Stimme klingt, als würde sie durch die Hallen eines alten Châteaus schallen.
Es ist kein Zufall, dass der australische Psychedelic-Profi Kevin Parker von Anfang an Fan war – und die junge Musikerin mit ihrer damaligen Band My Bee‘s Garden als Support engagierte. Nach der gemeinsamen Tour begann der Tame Impala-Frontmann Prochets Solostücke zu produzieren. Melody’s Echo Chamber war geboren – und veröffentlichte 2012 ein großartiges Debüt, das mit seinem hypnotischen Mix aus Dream Pop, Psychedelic Rock und French Pop in etlichen Bestenlisten landete. Parallel entstand das Album „Unfold“, das nach der Trennung von Parker erstmal in der Schublade verschwand. Zehn Jahre später erschienen die Songs dann doch. In Versionen, die über die Zeit gereift waren.
Ohne Parker festigte sich Prochets eigene Handschrift. Aber die verträumte, märchenhafte Atmosphäre ist geblieben und erreicht auf dem aktuellen Werk „Unclouded“ sogar ein neues Level. Gerade bei einem der seltenen Konzerte der eigenbrötlerischen Künstlerin dürften sich die tagträumerischen Pop-Meditationen voll entfalten. So warm, anmutig und leidenschaftlich wie ihre Songs ist Melody’s Echo Chamber auch auf der Bühne. Ein perfekter Vorgeschmack auf die Zeit, wenn der Lavendel wieder blüht.