Rose Gray: „Das Berghain hat mich mehrmals abgewiesen“

2025 war das Jahr für Rose Gray: Ihr Debütalbum „Louder, Please“ wurde released, sie war Voract von den Poplegenden Kesha und Sugababes und ging auf erste internationale Solo-Tour – unter anderem auch mit einem ausverkauften Konzert im Privatclub in Kreuzberg. Am 11. Mai spielt sie im Modus Berlin – im Gepäck hat sie vor allem Dance-Pop und Electronica. Ihr Konzert soll zu der perfekten Party werden. Perfekte Partys hat sie auch schon in Berlin erlebt: „Als ich noch jünger war, haben wir jährlich einen Girls-Trip nach Berlin gemacht und waren hier tanzen“, erzählt sie im Interview mit tipBerlin. „Da war ich natürlich auch im Berghain, das war unglaublich. Der Sound, das Licht, das Feng Shui – einfach alles hat gestimmt.“
Jahre später war die inzwischen 29-jährige wieder in Berlin und wollte in ihren Berliner Lieblingsclub zurückkehren. Da scheiterte sie allerdings, wie viele, an der Tür: „Ich wurde zweimal vom Berghain abgewiesen. Ich kenne das gar nicht, dass man an der Tür weggeschickt wird. So etwas habe ich in London noch nie erlebt.“ Dabei sollte sie die Handhabung an Clubtüren eigentlich kennen. Denn Mitte der 2010er Jahre, wo ihre Musikkarriere noch nicht so richtig is Rollen kam, arbeitete sie beim bekannten Londoner Club Fabric an der Tür. Türsteherin war sie nicht direkt, sondern eher Einlass- und Gästelistenmanagerin. Entscheiden, wer reinkommt und wer nicht, konnte sie dennoch. Da lag es allerdings mehr daran, dass jemand keinen Ausweis dabei hatte oder zu betrunken war, als das der „Vibe“ nicht gestimmt hat. „Dass man an ’nem Club abgewiesen wird, weil der Vibe dem Türsteher nicht passt, hab ich in England noch nie erlebt“, erzählt sie. „Für die Berliner ist das völlig normal. Da wird so geplant, dass man Alternativen hat, sollte man nicht reinkommen. Völlig absurd.“
Rose Grays neues Album: Auf „Louder, Please“ folgt „A little Louder, Please“
Immer lauter wird Grays Musik – zumindest von den Titeln her. Ist es jetzt laut genug? „ Nein, noch lange nicht. Also Lautstärke im Sinne von Erfolg und der Qualität meiner Musik hab ich noch nicht erreicht“ sagt sie. „Du musst aber auch wissen: Ich bin vierfacher Steinbock. Da ist man einfach perfektionistisch und stellt hohe Ansprüche an sich selbst.“ Der Erfolg hat aber auch lange gedauert: Rose Gray macht seit mehr als zehn Jahren Musik, den Großteil davon eher erfolglos. Mit 19 wurde sie schon bei einem Label unter Vertrag genommen und nahm dort über 100 Songs auf, die nie veröffentlicht wurden. Sie verließ das Label, arbeitete Jahre in der Club-Szene, verliebte sich in die Musik. Nach dieser „early life crisis“ wie sie sie selbst nennt, kam der Aufschwung.
Mit der neugewonnen Liebe für Dance-Pop änderte sich auch ihre musikalische Richtung. Eine Singles und EPs später landete sie mit ihrem Debüt-Mixtape „Dancing, Drinking, Talking, Thinking“ ihren Durchbruch 2021. Es folgten Kollaborationen mit dem französischen Star-DJ Kungs („Afraid of Nothing“) und der britischen DJ TSHA („Girls“, gemixt auf Cyndi Laupers „Girls Just Want to Have Fun“). Anfang letzten Jahres kam dann ihr Debüt-Album „Louder, Please“ mit ihren erfolgreichsten Singles wie „Wet & Wild“ und „Party People“. Ihr Album gefiel den Poplegenden Kesha und Sugababes. Als Support beider Bands spielte sie vor Zehntausenden, unter anderem auch in Berlin. Jetzt kommt sie zum zweiten Mal in die Stadt – als Solo-Künstlerin. Im Gepäck: Die Deluxe-Version von „Louder, Please“, „A little Louder Please“.
Auf die Frage, worauf sich ihre Fans am 11. Mai im Modus einstellen können, antwortet sie: „Auf eine ganz neue Show. Ich habe Choreografien einstudiert, es gibt einige Überraschungen und etwas, wo ich sehr hoffe, dass ich es durchziehen kann. Wenn es klappen sollte, wird es unglaublich.“ Davor will sie vielleicht noch einen Abstecher ins Berghain machen. Wer es nicht zum Konzert schafft, trifft sie ja vielleicht dann dort.