Citadel Music Festival: The B-52’s landen in Spandau

„Love shack, baby love shack. Love shack, baby love shack“, eigentlich ist dann doch alles klar, wenn diese unsterblichen Zeilen beim Kochen in der Küche, im Auto oder auf einer Party erklingen, dürften sich vom Musiknerd bis zu der „Ich höre eigentlich alles“-Fraktion alle einig sein. Ob wilder Tanz oder rhythmisches mit dem Fuß wippen, meist ruft der 1989er-Hit der US-Rock-Pop-Wave-Klassiker The B-52‘s eine körperliche Reaktion hervor. 1976 formierten sich drei Jungs und zwei Mädels (sagt man das noch so? Aber von Männern und Frauen zu sprechen, würde die Sache auf zu seriösen Boden stellen) in Athens, Georgia und brachten 1979 ihr legendäres Debüt heraus. In England wütete da gerade der Postpunk, in New York probierten sich Hip-Hop-Youngstars aus und die Discowelle erreichte ihren Höhepunkt.
Die nach einem Langstreckenbomber der US-Air Force benannte Gruppe sog all diese Einflüsse auf, fand zudem Inspiration in längst vergangenen Sixties-Genres wie Rock‘n‘Roll und Surf und destillierte daraus einen derart frischen und explosiven Sound, dass es selbst den legendären Produzenten und Labelbetreiber Chris Blackwell, Gründer von Island Records, aus den Socken haute. Da lag „Love Shack“ noch in weiter Ferne, doch „Rock Lobster“, der zweite ganz große Kracher der B-52‘s schrieb sich für immer in die Geschichte der Popkultur.
Blackwell holte die Band in seine Compass Point Studios auf den Bahamas, wo im karibischen Idyll auch Brian Eno, Grace Jones, Madness, Rolling Stones und ungezählte andere Größen gearbeitet haben. Für Kate Pierson, Fred Schneider, Cindy Wilson und die anderen ging es von der Karibik in die große Welt hinaus.
Die 1980er-Jahre gehörten ihnen, auch wenn es mit dem Tod des Gitarristen Ricky Wilson 1985 einen Schicksalsschlag gab. Wilson starb an Aids, wie sich später erst herausstellte. Dann folgten die Turbulenzen, kurzzeitige Auflösungen, Comebacks und das große Geld, 1989 mit dem Album „Cosmic Thing“, das in den USA viermal mit Platin ausgezeichnet wurde.
50 Jahre nach ihrer Gründung reisen Fred Schneider, Kate Pierson und Cindy Wilson mit Live-Band nach Berlin, um Ende Juni beim Citadel Music Festival in der Zitadelle Spandau ihr einziges Deutschlandkonzert zu geben. Eine finale Abschiedstour und eine Residenz in Las Vegas gab es in den letzten Jahren auch schon, aber Schwamm drüber. The B-52’s verkörpern Underground und Showbusiness zugleich und das macht sie so einzigartig, jene Mischung aus Subversion und Mainstream ist ein Kunststück, das auch heute den wenigsten Bands gelingt.
Info vom Veranstalter: Aufgrund der zu erwartenden hohen Temperaturen am Mittwoch ist es den Besucher:innen des The B-52’s-Konzertes erlaubt, pro Person insgesamt 1,5l alkoholfreie Getränke bis max. 1,5-Liter-Gefäßgröße im TetraPak oder in der Plastikflasche (PET) mit auf das Veranstaltungsgelände zu bringen.