Vorschau: Citadel Music Festival 2026

Mit der U7 bis zum U-Bahnhof Zitadelle rausfahren, mit dem Menschenstrom die Zugbrücke überqueren, durchs mächtige Tor hindurch und im Innenhof ein Bier trinken und eine Wurst essen, wahlweise auch einen vegetarischen Snack oder einen Softdrink. In Erwartung der Musik – ob Punk-Wahnsinn oder Songwriter-Beschaulichkeit, Hip-Hop-Crew oder Electro-Act – bietet das Citadel Music Festival das perfekte Sommergefühl für die ganze Stadt. Seit gut zwei Jahrzehnten sorgt es für höchsten Musikgenuss an lauen Nächten. Bob Dylan, Lou Reed und Neil Young haben hier schon gespielt, PJ Harvey und Patti Smith ebenso. Mal bei über 30 Grad, mal im strömenden Regen. Die Legenden stehen auf der Bühne, mittlerweile ist das Festival selbst aber auch eine Legende oder zumindest ein liebgewonnenes Konzertritual, nur vergleichbar mit den sommerlichen Open-Airs in der Wuhlheide und der Waldbühne.
Die Erinnerungen an vergangene Citadel-Konzerte sind treue Begleiter bei den kommenden. Wer in dieser Saison etwa zu den politisch aufgeladenen Rappern von der Antilopen Gang (15.8.) geht, hat vielleicht noch die wilden Gesänge von Iggy Pop aus dem letzten Jahr im Ohr. Wer sich für die englischen Synthiepop-Klassiker OMD (18.8.) entscheidet, war vielleicht 2022 bei Billy Idol. Und wer in diesem Jahr die Pixies (30.6.) sehen will, die seit 40 Jahren bestehende Rockband um Frontmann Black Francis, hat hier möglicherweise schon einmal Die Ärzte bejubelt.
Es ist ein Wiederkehren und Neuentdecken beim Citadel Music Festival
Es ist ein Wiederkehren und Neuentdecken beim Citadel Music Festival. Ikonen der Musikgeschichte stehen neben aktuellen Durchstartern, internationale Größen wie die französische Nouvelle-Chanson-Sängerin Zaz oder die Gebrüder Followill mit ihrer Alt-Rock-Band Kings of Leon teilen sich das Programm mit Lokalmatadoren. In diesem Jahr ist es unter anderem das siebenköpfige Schöneberger Hip-Hop-Kollektiv BHZ (27.8.) mit den famosen Rappern Longus Mongus, Ion Miles, Monk und Big Pat. Ebenfalls aus Berlin stammen die stets gut gelaunten Dancehall- und Hip-Hop-Spezialisten von
Culcha Candela (27.6.), die jeden Abend und jede Bühne in eine große Sause verwandeln können. Viel Hip-Hop also im diesjährigen Programm, auch für den Nachwuchs. Deine Freunde (13.6.) sorgen mit lustigen Texten und satten Grooves für Stimmung unter den Kids und lassen auch die Hüften der erwachsenen Begleitpersonen schwingen – auch wenn diese vielleicht lieber das Konzert des Chartstürmers Mark Forster (18.7.) sehen würden. Wobei! Es geht immer beides, das Festival ist auch ein generationsübergreifendes Projekt. Forster wirkt mit seinen aktuellen Singles „Zeitmaschine“ und „Rettest Du Mich“ älter in der Reife seiner Texte, doch jünger in der Radikalität seines Sounds. Ein Spaß für die ganze Familie!
Seal (23.7.) kommt auch, ja, das ist der mit den Hits „Killer“, „Crazy“ und „Kiss from a Rose“. Und richtig: Mit Heidi Klum war der heute 63-jährige englische Popstar auch mal verheiratet.
Das zweitägige Trailerpark-Minifestival (28./29.8.) ist übrigens schon ausverkauft. Für die anderen Shows sind noch Tickets da, aber wer hin und wieder auf große Konzerte geht, weiß: Eile ist durchaus geboten, und der Vorverkauf läuft bereits.
Auch die Off Days, die im vergangenen Jahr unter anderem Nelly Furtado und 070 Shake nach Berlin geholt haben, melden sich zurück. Für den 19. August 2026 wurde das Minifestival für die dritte Ausgabe angekündigt. Erster Headliner: Blood Orange. Weitere Acts werden demnächst bekannt gegeben.
Übrigens, die Krake in unserer Collage, die (fast) alle Stars und Bands der Citadel-Music-Festival-Saison 2026 versammelt, stammt von den gleichfalls schrägen wie tiefenentspannten Fat Freddy’s Drop (5.6.). Die Neuseeländer feiern das Jubiläum ihres bahnbrechenden Debütalbums „Based On A True Story“. Ob die Krake wohl mitkommt? Sie würde sich im Burggraben wohlfühlen.