Sie will mehr: Zaz spielt in der Zitadelle Spandau

„Je veux d’l’amour, d’la joie, de la bonne humeur“ – mehr oder weniger textsicher, aber mit viel Inbrunst, dudelten die Deutschen im Sommer 2010 Zaz’ Hit „Je Veux“ („Ich will“) rauf und runter. Die Französin, damals frisch 30 geworden, sang von ihrem Wunsch nach Liebe, Freude und guter Laune. Nach Lenas Eurovision-Song „Satellite“ dominierte der Song die deutschen Charts, bis Shakira pünktlich zur Südafrika-WM die Spitze mit „Waka Waka“ übernahm. Ein Sommer voller Hits und die Straßenmusikerin aus dem kleinen westfranzösischen Tours mittendrin.
Inzwischen ist Zaz 46 und im August zum vierten Mal beim Citadel Music Festival in der Zitadelle Spandau dabei. Auf Tour ist sie mit ihrem neuen Album „Sains et Saufs“, was so viel wie „unversehrt“ bedeutet. Im Gegensatz zu ihrem erfolgreichen Akustik-Sound Anfang der 2010er-Jahre hat die jetzige Platte eine größere instrumentale Spannbreite. Songs mit elektronischen oder jazzigen Elementen weisen den Weg in eine diversere musikalische Zukunft der Französin. Lieder in klassischer Singer-Songwriter-Manier mit Akustikgitarre und Zaz’ tiefer, raspelnder – und gerade so nicht kratziger – Stimme sind aber weiterhin vertreten.
Mit dem neuen Song „J’veux plus“ hat Zaz ihren erfolgreichsten Titel erneut genutzt und erweitert um „plus“, also „mehr“. So richtig in die Fußstapfen tritt er vom Hit-Potenzial her nicht. Dafür passt er zum Stil der neuen Zaz. Ein Gefühl aufkommender Aufbruchsstimmung, dazu der Titel: Zaz will mehr. Was genau das bedeutet, sieht man dann beim Konzert in der Zitadelle.