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Nagelstudios boomen in Berlin

Fingernagel
Gleichmäßig gewachsene, lange und gepflegte, gerne auch sorgfältig lackierte Fingernägel galten lange Zeit als wichtiges Kennzeichen der Frauen aus besseren Schichten. Schließlich brauchten sich feine Damen dank ihres Hauspersonals weder beim Putzen und Spülen noch bei Fabrikarbeiten oder anderen niedrigen Tätigkeiten ihre Nägel zu ruinieren. Seit es dank der wie Pilze aus dem Boden geschossenen Nagelstudios inzwischen jeder Frau für ein paar Euro möglich ist, mehr oder weniger verzierte, lange Kunstnagelkrallen auszufahren, scheinen sich die Vorzeichen umgekehrt zu haben: je länger und auffälliger die Fingernägel, so der Eindruck, des­to schlichter das Gemüt der Trägerin.
Dass Kunstnägel nicht zwingend bunt-glitzernd dekoriert und zentimeterlang sein müssen, weiß indessen Terri Malon, Geschäftsführerin des Bundesverbands deutscher Nail Designer (BDND): „Kaum eine Person, die in der Öffentlichkeit steht, lässt ihre Nägel nicht professionell behandeln“, verrät sie. Man sehe es nur nicht.
Dabei ist Naildesign deutlich älter als der erst zur Jahrtausendwende aufgekommene Boom der Nagelstudios, weiß Terri Malon, die das Nageldesign-Handwerk vor 27 Jahren in den USA erlernt hat: „Schon vor einem Vierteljahrhundert ließen sich Schauspielerinnen und andere Prominente die Nägel künstlich verlängern. Allerdings war das damals ein Luxus für wenige Auserwählte.“Fingernagel
Damals bedienten sich Nageldesigner vorwiegend bei Materialien, die eigentlich für Dental­labore gedacht waren. Mit dem Ende der 80er Jahre zunehmenden Interesse an Kunstnägeln – eine der bekanntesten Protagonis­tinnen war damals die US-Sprinterin Florence Griffith-Joyner mit ihren bis zu zehn Zentimeter langen Nägeln – jedoch begannen Hersteller eigens für diese Kosmetikbranche neue Produkte zu entwickeln, die zur Jahrtausendwende den Markt eroberten. Inzwischen unter­schei­det man grundsätzlich zwei Alternativen: die Naturnagelverstärkung, bei der der Nagel mit Acryl oder UV-Gel überzogen, jedoch in seiner Form und Länge beibehalten wird. Oder die Neumodellage, bei der mithilfe von Kunstnägeln beziehungsweise Nagelspitzen (Tips) und Schablonen der Nagel verlängert und im nächs­ten Schritt nach Belieben verziert wird. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt – ob eckig, rund, mit Ringen oder Glitzersteinen versehen oder klassisch French, das ist die natürlich wirkende, rosig lackierte Variante, bei der die Spitzen weiß gefärbt werden.
Die Nagelstudios in den Ber­liner Schwerpunktgebieten der Branche, etwa entlang der Moa­biter Turmstraße, der Weddinger Müllerstraße oder der Friedrichshainer Frankfurter Allee, verdienen ihr Brot aber eher durch auffälligere Designs. So hat sich Conny Krohne mit ihrem Nagelstudio am Tempelhofer Damm auf Verzierungen der extravaganten Art spezialisiert. „Die Kundin kann uns Motive oder Fotos mitbringen, die wir in Handarbeit auf ihre Nägel zeichnen“, erzählt die Naildesignerin, die mit ihren 13 Jahren Berufserfahrung zu den Vorreitern in Berlin gehört. Weil Qualität und Beratung großgeschrieben werden, kann sie sich Dumpingpreise nicht leisten. Mit mehr als 60 Euro kostet die Neumodellage fast doppelt so viel wie bei der asiatischen Konkurrenz schräg gegenüber.

Text: Sabine Käsbohrer, Eva Apraku

Bundesverband deutscher Nail Designer

 

Nagelstudio Berlin
Conny Krohne
Tempelhofer Damm 232, 12099 Berlin, Tel. 7861111; www.nageldesign-berlin.com

Maha-Nail Spa
Yasmine Mansoor
Berlinicke Straße 15; Steglitz, Tel: 0173-6004646

Nail Acadamy
Sylvia Weigl
Berliner Straße 7; Buchholz, Tel: (030) 47489788

Sauna & Wellness-Center

Hallenschwimmbäder in Berlin

Schönheitssalon für den Mann

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