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Neues Hospiz für Kinder

Hilfe in NotFür die Eltern ist es der schlimmste Schicksalsschlag, der größtmögliche
Schmerz. Ihr Kind, das unheilbar krank ist. Das sterben muss, vielleicht schon sehr bald. Jetzt hat der Malteser Hilfsdienst für solche traurigen Fälle einen ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst gestartet. Bislang rund ein Dutzend extra dafür ausgebildete ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützen betroffene Familien. Die psychosoziale Begleitung, meist einmal
wöchentlich, ist kostenlos. Beispielsweise gehen die Helfer mit dem kranken Kind zum Arzt. Oder sie betreuen es zuhause, damit die Eltern für einige Stunden auch einmal die Wohnung verlassen, etwas ausspannen, abschalten können. Ein bisschen Linderung in der Not. Es ist der fünfte mobile Kinder- und Jugendhospizdienst in Berlin.

Den Anfang machte 1996 die Björn-Schulz-Stiftung, die auch das einzige stationäre Kinder- und Jugendhospiz der Stadt, den Sonnenhof, betreibt. Ihr Familienbegleiter ist nicht nur berlin-, sondern auch deutschlandweit der Vorreiter. Die Malteser betreuen derzeit acht kranke Kinder in Familien deutscher, russischer, italienischer, polnischer und arabischer Herkunft. „Die meisten Kinder sind noch ganz klein, um ein Jahr alt“, sagt die Koordinatorin des neuen Dienstes, Antje Rüger. „Aber es sind auch Jugendliche dabei.“ Sie leiden unter Leukämie, genetischen oder Immunerkrankungen. „Die Eltern wissen in den meisten Fällen selbst nicht einmal, wie die Krankheit genau heißt“, sagt Kerstin Kurzke, Diplom-Sozialarbeiterin und Leiterin des Dienstes.Der Malteser Hilfsdienst betreibt bereits seit 13 Jahren einen allgemeinen Hospizdienst mit Einsatzgebieten in Treptow-Köpenick, Marzahn-Hellersdorf, Lichtenberg-Hohenschönhausen und Lichtenrade. Das neue Hilfsangebot gilt
dagegen für das gesamte Stadtgebiet. Es richtet sich ausdrücklich nicht nur an schwerkranke Kinder, sondern auch an ihre Geschwister, für die häufig wenig elterliche Aufmerksamkeit übrig bleibt, weil die Sorge um das kranke Kind alles andere überschattet. Dann springen die ehrenamtlichen Helfer ein. Sie basteln mit den gesunden Kindern, gehen mit ihnen ins Kino oder auf Spielplätze. Sechs Geschwisterkinder werden derzeit betreut. Die Helfer sind überwiegend ältere Frauen, die zum Teil noch berufstätig sind. Im vergangenen Juni hatte die erste Gruppe mit zwölf Leuten die Ausbildung begonnnen, im Februar die zweite mit 14 Ehrenamtlichen. „Es gibt immer wieder neue Anfragen“, freut sich Koordinatorin Rüger. „Wir merken,
dass der Dienst immer bekannter wird.“

Text: Niels Keijzer

Malteser Hilfsdienst e.V.
Ambulante Kinder- und Jugendhospizarbeit
Parrisiusstraße 4-14, Köpenick, Tel: 55 39 71 24
www.malteser-berlin.de

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