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„New Bauhaus Chicago: Experiment Fotografie und Film“ im Bauhaus Archiv

Werkstoff Licht: Die letzte Ausstellung im Berliner Bauhaus-Archiv vor der Sanierung zeigt Fotografie des New Bauhaus

Aaron Siskind, Pleasures and Terrors of Levitation, 1961 Bauhaus-Archiv Berlin

Wie alle bedeutenden Kunstrichtungen war das Bauhaus weit mehr als eine Summe von Stilregeln und Maximen. Funktionalismus, Neue Sachlichkeit und Neues Bauen waren auch eine Lebenseinstellung. An der Bauhaus-Schule wurden freiheitlich, ganzheitlich, sozial und experimentell denkende Menschen ausgebildet. Also das genaue Gegenteil von dem, was die Nationalsozialisten als Menschenbild propagierten. So musste die 1919 in Weimar gegründete Schule die Stadt verlassen, nachdem 1924 bei der Landtagswahl in Thüringen die rechten Parteien die Mehrheit erreichten und deren Etat um 50 Prozent kürzten. 1925 erfolgte der Umzug nach Dessau. 1931 gewann die NSDAP dort die Gemeindewahl und setzte 1932 die Schließung des staatlichen Bauhauses durch. Im letzten Jahr in Berlin war die Schule privat, bevor sie durch Hausdurchsuchungen und Verhaftungen zur Selbstauflösung gezwungen wurde.

Viele der Studenten und Lehrer des Bauhaus ­wurden ins Exil getrieben, unter anderem László Moholy-Nagy, der 1937 das New Bauhaus in ­Chicago gründete. Auch in den USA war die Geschichte der Schule von Wiederanfängen geprägt. Was konstant blieb: Die experimenteller Herangehensweise, die von Fotogrammen über verschiedenste formale Experimente bis zum bewegten Bild reichten. Im Fotografieunterricht wurde Licht als eigener Werkstoff betrachtet. Fotokünstler wie György Kepes, Nathan Lerner, Arthur Siegel, ­Harry Callahan und Aaron Siskind prägten als Lehrer Generationen von Fotografen.

New Bauhaus Chicago: Experiment Fotografie und Film Bauhaus Archiv, Klingelhöferstr. 14, Tiergarten, bis 5.3.18

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