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„New York in the Forties“ im Bauhaus-Archiv

KulturIm Dezember 1939 kam Andreas Feininger, Bauhausschüler, Architekt und ältester Sohn des Malers Lyonel Feininger, am Brook­lyn Dock in New York an. Die Piers und die weit gespannten Brücken, die dicht bebauten Ufer des Hudson und die Dampfer, die mit den Häusern der Stadt um Größe und Monumentalität konkurrieren, gehörten schon bald darauf zu den bevorzugten Motiven Feiningers, der in New York aus seiner Leidenschaft für die Fotografie bald seinen Beruf machte. 20 Jahre lang arbeitete er für das „Life Magazine“. Die kleine Sonderausstellung „Andreas Feininger – New York in the Forties“ im Bauhaus-Archiv bestätigt, wie sein Blick unser Bild von New York bis heute geprägt hat. Mit selbst gebauten Objektiven, die über eine weite Strecke eine ungeheure Tiefenschärfe herstellen, fing er die Stadt in einem Detailreichtum ein, wie sie dem unbewehrten Auge fast nicht gelingen kann. Das Gewusel in der Mittagspause auf der 5th Avenue, wo Hüte, Krawatten und Sonnenbrillen sich über einen Kilometer weit auf den brei­ten Boulevard ergießen; die vielgliedrige Dachlandschaft der Wassertanks von Chelsea in einem Schneesturm; der von Tausenden son­nenhungrigen Städtern übersäte Strand von Coney Island oder Wolkenbänder zwischen den Wolkenkratzern: Immer erlaubt seine Perspektive Stadt als Ordnung und beinahe erhabene Struktur zu erkennen. New York wird bei ihm zu einem wohlgestalteten Organismus, und obwohl der Einzelne nur klein wie ein Staubkorn darin erscheint, muss er keine Sorge haben, im Ungestalten verloren zu gehen. Es ist ein optimistisches und vertrauensvolles Bild der Moderne, das Feininger seiner neuen Heimat bestätigt.

Text: Katrin Bettina Müller
Foto: Harald Metzke

tip-Bewertung: Sehenswert

Andreas Feininger „New York in the Forties“,
Bauhaus-Archiv
Mi-Mo 10-17 Uhr, bis 18.5.2009

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