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Nobelpreis für Literatur geht nach Berlin

Herta MüllerWie Peter Englund, neuer Leiter der Schwedischen Akademie am Donnerstag Mittag verkündete, geht der Nobelpreis für Literatur im Jahr 2009 an die in Berlin lebende Autorin Herta Müller. In der Begründung für die Preisvergabe heißt es, die 56-Jährige zeichne „mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit.“
Herta Müller wurde 1953 im deutschsprachigen Teil Rumäniens geboren und siedelte nach Problemen mit dem dortigen Regime 1987 ins damalige West-Berlin über. In ihren Werken verarbeitet die Autorin vor allem ihre Erfahrungen in der Zeit des rumänischen Diktators Nicolae Ceausescu (1918-1989).
Ihr aktueller Roman „Atemschaukel“ (erschienen bei Hanser) beschäftigt sich literarisch mit der Deportation deutschstämmiger Rumänen in die Sowjetunion nach dem zweiten Weltkrieg. Das Buch war für den deutschen Buchpreis 2009 nominiert und schaffte es bis ins Finale der besten sechs Romane.
Herta Müller galt im Rennen um den Nobelpreis als Außenseiterin. Zuletzt wurde vor allem der Name des Isreali Amos Oz immer wieder genannt, wenn es um die diesjährigen Favoriten ging. Der letzte deutsche Preisträger des mit 1,09 Millionen Euro dotierten Preises war im Jahre 1999 Günter Grass.

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