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Peter Laudenbach: Haste mal 380 000 Euro?

Peter Laudenbach

Wer in letzter Zeit einmal Kreuzberger Schulen von innen gesehen hat, hatte nicht unbedingt den Eindruck, die Gebäude seien in einem so wunderbaren Zustand, dass man beim besten Willen nichts mehr in ihnen renovieren oder reparieren sollte. Viele Schulen in Kreuzberg und Friedrichshain (und anderen Bezirken) könnten jeden Cent brauchen, um die gröbsten Schäden zu beheben und die maroden Ecken schöner zu machen. Das sieht die Friedrichshain-Kreuzberger Verwaltung (derzeit noch unter grüner Bürgermeisterin) vermutlich genauso. Am liebsten hätte Kreuzberg eine Wundertüte mit sehr viel Geld, um alle heruntergerockten Schulgebäude im Problembezirk aufzuhübschen. Das wäre schön. Und jetzt kommt die Wirklichkeit. Und damit ein weiterer Beweis für die bedauernswerte Unfähigkeit der Verwaltung des grün-rot regierten Bezirks Kreuzberg-Friedrichshain. Was macht man, wenn einem 380?000 Euro angeboten werden, um die unerfreulichen Zustände in Schulgebäuden zu beheben? Variante 1 (für professionell gemanagte Bezirke): Man sagt „Danke“, freut sich und macht seine Arbeit. Variante 2 (für Clowns, Amateure und die Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann): Man nölt rum, dass man nicht genug Personal hat, und lässt das Geld verfallen. Kreuzberg-Friedrichshain hat sich, genau, zielsicher für Variante 2 entschieden. Was die Frage aufwirft: Geht’s noch? Auf die Kreuzberger Klagegesänge („Kein Personal! So viele Probleme!“) reagierte die Landesregierung zu Recht mitleidlos. Der Personalschlüssel ist in Kreuzberg der gleiche wie in anderen Bezirken. Das ist offenbar ein Kreuzberger Alleinstellungsmerkmal. Man macht den Rest der Welt für die eigene Unfähigkeit verantwortlich – und ist dann total überrascht, wenn der Rest der Welt das etwas albern findet. Irgendwie ist Kreuzberg das Griechenland von Berlin. Die desorientierte Bezirks-Bürgermeisterin hält das vermutlich auch noch für ein Kompliment.
Sie finden das absurd? Es geht absurder. Dem Bezirk steht eine Million Euro zu, um die Schultoiletten zu sanieren. Auch dazu, diese überaus komplexe Aufgabe zu managen, sieht sich die Bezirksverwaltung derzeit nicht in der Lage. Wie es ausieht, steckt Kreuzberg-Friedrichshain echt in der Scheiße.

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