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Kommentar

„Programmkino“ von Erik Heier

Die Berliner CDU bringt ihr Wahl­programm als Film raus. Nein, der Witz kommt noch. Ab 15. Juli läuft der 35-Minuten-Film im Kino. Wir wissen, wie Wahlkampfmanager Thomas Heilmann, auch Justizsenator, seinem Parteichef Frank Henkel von der Idee begeisterte. Das Geheimprotokoll des Telefonats:

Erik Heier

Henkels Handy klingt. „Tach, Fränkie hier. Bin gerade beim Dienstreisenplanen. Sag mal, was könnte ein Innensenator denn in Indien wollen?“
– Heilmann: „Chef, wir haben jetzt Wahlkampf. Nichts da mit Reisen!“
– Henkel: „Werd’ doch nicht gleich pampig. Das sage ich dem Müller! Du bist hier nicht bei deinem Bello-Dialog!“ (schüttelt sich vor Lachen).
– Heilmann: „Chef, ich hab’ eine  Kracher-Idee fürs Wahlprogramm.“
– Henkel: „Lass mich raten. Drei Jahre Miau-Monolog mit Köpenicker Katzenfreunden?“ (gibt sich selbst im Spiegel seines Büros fünf).
– Heilmann: „Sehr witzig. Nein, Chef. Wir drehen mit unserem Wahlprogramm einen Film. Fürs Kino!“
– Henkel: „Häh? Film? Wie oft habe ich dir schon gesagt, meine CDU ist keine verdammte Werbeagentur???“
– Heilmann: „Wir müssen an die Jungen ran, Chef! 120 Seiten Parteiprogramm ist sooo 1982!“
– Henkel (seufzt): „Okay. Wer spielt denn mich? Den Heino Ferch könnte ich mir gut vorstellen. Der braucht ja mal wieder eine Charakterrolle.“
– Heilmann: „Nein, keine Kohle.“
– Henkel: „Filmförderung vielleicht?“
– Heilmann: „Vergiss es. Sieht nach Filz aus. Frag die SPD, wie sich das anfühlt. Nee. Du spielst dich selbst.“
– Henkel: „Mir ist auf einmal so fiebrig zumute (hüstelt ins Handy). Ich will aber nicht schon wieder den Innensenator spielen müssen! Jetzt ist auch mal …“  (Protokoll bricht ab).

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