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Rat bei sexuellem Missbrauch

AmpelDer Skandal um den Jahrzehnte zurückliegenden Kindesmissbrauch am Canisius-Kolleg hat es einmal mehr gezeigt: Für Missbrauchsopfer ist es sehr schwierig, Vertrauenspersonen zu finden und sich Hilfe zu holen. Schon die Definition, was sexueller Missbrauch eigentlich ist, erfährt aus subjektiver Sicht eine große Spannweite. Angefangen bei anzüglichen Blicken und Worten über ungewollte Berührungen und Küsse bis hin zum erzwungenen beziehungsweise manipulativ erreichten Geschlechtsverkehr, ist die Bandbreite von Missbrauch unübersichtlich. Dementsprechend schwer können die minderjährigen Opfer mitunter die Taten als das einordnen, was sie sind – und finden selten ein soziales Umfeld vor, das ihnen glaubt und sie unterstützt.
Sehr hilfreich sind in diesem Zusammenhang einige Berliner Organisationen, die sich dem Kinderschutz und dem Schutz vor sexueller Gewalt verschrieben haben. Hier können sich sowohl Kinder und Jugendliche als auch Eltern Rat holen, wenn sie das Verhalten von Lehrern oder anderen Respektspersonen als unangemessen oder gar übergriffig empfinden. „Wir nehmen jeden Fall grundsätzlich ernst“, sagt etwa eine Sprecherin von Wildwasser e.V., einer Arbeitsgemeinschaft gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen. Gemeinsam mit den Betroffenen werde das Geschehen erörtert und, auf Wunsch, weitere Schritte eingeleitet. Diskretion sei dabei selbstverständlich.


Text
: kkö
Foto
: www.pixelio.de/ Rainer Sturm

Wildwasser Arbeitsgemeinschaft gegen sexuellen Missbrauch an Mädchen e.V
., Krisen­notdienst-Tel. 21 00 39 90, rund um die Uhr.

Tauwetter vereint gegen sexualisierte Gewalt e.V., Informations- und Beratungsstelle für Männer, die als Junge Opfer von Missbrauch wurden Tel. 693 80 07, Di 17-18 Uhr, Do 17-19 Uhr.

Kinderschutz-Zentrum Berlin, kostenlose telefonische Beratung unter: 0800-111 04 44, Mo-Fr 9-20 Uhr, Sa-So 14-18 Uhr

 

PORTRÄT: PATER KLAUS MERTES, REKTOR DES CANISIUS-KOLLEGS BERLIN

 

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