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Kommentar

„Rufmörder BER“ von Erik Heier

Der BER hat die erstaunliche Eigenheit, jeden noch so guten Ruf zu ruinieren. Klaus Wowereit wäre vermutlich heute noch Regierender Bürgermeister, wenn sich seine hohen Beliebtheitswerte nicht als Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft vaporisiert hätten

Erik Heier

Der ehemalige Flughafen-Chef Rainer Schwarz hatte ein hervorragendes Renommée, bevor er für die GAU-Stelle in Schönefeld zuständig wurde. Sein Nachfolger Hartmut Mehdorn war immerhin vorher schon mit einem rustikalen Image ausgestattet. Der Technikchef Horst Amann genoss einen soliden Ruf als Großprojekte-Wupper, bevor er die verhängnisvolle Entscheidung traf, am BER anzuheuern. Dort saß er dann, von Mehdorn kaltgestellt, laut „B.Z.“ sein 350.000-Euro-Jahresgehalt in einem Büro ohne Computer, Sekretärin und Baustellenausweis ab. Nachfolger Jochen Großmann kam als Sachsens zweitbester Unternehmer des Jahres 2014, ging aber mit einer Bewährungsstrafe wegen Korruption. Auf den Ex-Rolls-Royce-Manager Karsten Mühlenfeld hielten viele Leute große Stücke, bis er als BER-Geschäftsführer auch Eröffnungstermine platzen ließ. Die  bizarren Aufsichtsrats-Keilereien über Mühlenfelds berufliche Zukunft, bis der jetzt von sich aus hinschmiss, erinnern ans Dschungelcamp: „Ich baue am BER, holt mich hier raus.“ Nun darf also Engelbert Lütke Daldrup ran. Schade um den tüchtigen Staatssekretär. Wenn ich bei der Bundes-CDU für den Wahlkampf zuständig wäre, würde ich alles tun, Martin Schulz in den BER-Aufsichtsrat zu kriegen. So könnte die CDU einen SPD-Kanzler im Herbst vielleicht noch verhindern.

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