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Kommentar

„Schieflage“ von Erik Heier

Mario Czaja hat es jetzt hinter sich. In den vergangenen Monaten gab der CDU-Mann bei der chaotischen Flüchtlingsunterbringung für den Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD)  den zum Sozialsenator gewordenen Blitzableiter ab.

Erik Heier

Man darf  aber gespannt sein, an wen Müller künftig seinen Zorn adressiert. Denn bislang agiert die Sozialverwaltung strikt nach Murphys Gesetz: Was schief gehen kann, geht auch schief. Zum Beispiel wurde aus der ursprünglichen Notlösung für wenige Tage, Flüchtlinge in Turnhallen unterzubringen, längst ein menschenunwürdiger, an den Nerven aller Beteiligten zerrender Dauerzustand. Vom im Frühsommer erklärten Ziel, die 38 Turnhallen (von ursprünglich insgesamt 63), in denen noch mehr als 3000 Flüchtlinge leben, bis Jahresende freizuziehen, musste sich der Senat verabschieden. Von den zehn gebauten Containerquartieren, die groteskerweise „Tempohomes“ heißen, sind bislang erst zwei belegt. Bei der Vergabe unterlegene Betreiber haben nämlich gemerkt, dass ihnen die Aussicht auf drei Jahre lang garantierte Tagessätze für Flüchtlinge die Ausschöpfung vieler Rechtswege wert ist. Für eine fehlerfreie Ausschreibung fehlen dem Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten aber die Experten. Und jetzt musste auch noch eines der belegten Tempohomes wegen technischer Mängel geräumt werden. Nun bekommt die designierte Sozialsenatorin Elke Breitenbach (Linke)  das Verwaltungsdesaster vor die Tür gelegt, die Czajas Auftritte im Parlament mal „unverschämt“ nannte. Jetzt ist sie dran, es besser zu machen. Es sollte nicht schief gehen.

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