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Sperrlisten für Spielsüchtige

Am Mittwoch hat die Koalition eine Gesetzesänderung im Abgeordnetenhaus vorgestellt. Das Ziel dieser ist es, nicht nur die Spielcasinos, sondern auch die Anzahl der Spielsüchtigen zu reduzieren, die in Berlin auf mehr als 27.000 geschätzt wird. Dafür soll eine Sperrdatei eingeführt werden, die eine landesweite Wirkung hat. In dieser können sich Spielsüchtige oder Angehörige eintragen und sich für das Glücksspiel sperren lassen. Bisher hat sich eine solche Sperrung lediglich auf einen einzelnen Betrieb beschränkt. Das Land Hessen hatte dieses Modell bereits 2014 eingeführt und Erfolge aufgewiesen: es konnte ein enormer Umsatzeinbruch bei den Spielhallenbetreibern festgestellt werden. Damit dieses Modell funktioniert, wird die Ausweiskontrolle am Einlass Pflicht.
Auch die Anzahl der Spielhallen an sich soll verringert werden. Die SPD gab als Ziel an, die Zahl von aktuell 550 auf 150 reduzieren zu wollen. Dafür gilt ab dem 1. August ein neuer Mindestabstand, der zwischen zwei Spielotheken eingehalten werden muss. So kann im Umkreis von 500 Metern nur noch eine Spielhalle existieren. Somit soll gegen die Anhäufung dutzender Spielcasinos auf engem Raum entgegengewirkt werden. Dies wird das Bild einiger Straßenzüge in Berlin enorm verändern Um Kinder und Jugendliche zu schützen, dürfen sich im Umkreis von 200 Metern von Oberschulen ebenfalls keine Spielcasinos befinden. Auch Imbisse und Spielcafйs werden als Spielhallen gewertet. Ab 2019 dürfen darin nur noch zwei anstatt wie bisher drei Spielgeräte stehen. Die zu zahlende Höchststrafe bei Regelverstößen seitens der Betreiber wurde ebenfalls von 50.000 Euro auf 500.000 Euro angehoben – und somit verzehnfacht.

Text: GCM

Foto: Andreas Bohnenstengelhttp://andreasbohnenstengelarchiv.de/ CC BY-SA 3.0

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