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Kommentar

„Sport im Garten“ von Eva Apraku

Neonhell erstrahlt die moderne Halle auf der Webseite edufootball.de. Der „Oliver Kahn Safe Hub“, ein fußballbetontes Bildungszentrum für Kinder in sogenannten Problemvierteln, existiert derzeit jedoch nur als Grafik

Eva Apraku

Und sollte es in dieser Form, ginge es nach Aktivisten auf der Internetseite change.org, am besten auch bleiben. Denn dort, wo die von der Amandla Edu Football e.V. und der Oliver Kahn Stiftung geplante, ambitionierte soziale Einrichtung im Wedding hin soll, gibt es bereits ein soziales Projekt: Das Himmelbeet. Es ist ein – 2013 eigentlich temporär an diesem Ort angelegter – interkultureller Gemeinschaftsgarten, der sich nicht nur dem partizipativen Gärtnern, sondern auch der Nachhaltigkeit und Inklusion verschrieben hat.
Dass das „Safe Hub“ kommen sollte, wusste man beim Himmelbeet. Und war bereit, sich zu arrangieren. „Green.Urban.Lab“ hieß der Kompromissvorschlag, der Sport, die Förderung von benachteiligten Kindern und Jugendlichen, aber eben auch urbanes Gärtnern vereinen sollte. Als allerdings kürzlich bekannt wurde, dass die Initiatoren des Sportprojektes einen Vorvertrag für das Gelände unterzeichnet hatten, der ihre alleinige Nutzung des Areals vorsehen soll, gerieten die urbanen Gärtner in Panik. Sie starteten die Petition „Himmelbeet muss bleiben!“
Hilft angesichts der jeweils berechtigten, aber unterschiedlichen Interessen nur noch ein salomonisches Urteil? Nicht unbedingt. Im Unterschied zu den um ein Baby streitenden Müttern, ist die Klägerin, das Himmelbeet, bereit zu teilen.

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