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„Stop-Stalking-Berlin“ hilft Stalkern

Stop Stalking Berlin

Schon eine kleine unverbindliche Geste kann genügen, die Spirale des Nachstellens und der verzweifelten Flucht davor in Gang zu setzen, sagt Wolf Ortiz-Müller, Initiator der ersten Beratungsstelle für Stalker. Stalking, auf Englisch wörtlich „Anschleichen“, ist inzwischen weit verbreitet, und die Auswirkungen auf die Opfer sind oft schwerwiegend.

Mancher Verfolger fühlt sich zunächst als Opfer, sagt Ortiz-Müller. Es falle dann schwer, sich von dieser Sicht zu verabschieden und sich als Täter zu begreifen. Das sei, nach den ersten Kontakten, allerdings die Voraussetzung für eine ausführliche kostenlose Beratung: „Wer sich nach den ersten drei Gesprächen immer noch als Opfer betrachtet, für den können wir nichts tun.“

Rund 50 Stalker haben sich bislang bei „Stop Stalking“ gemeldet, der jüngste war erst 16 Jahre alt. Allein in Berlin wurden im vergangenen Jahr über 1000 Fälle angezeigt. Seit März 2007 drohen Stalkern bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe. Noch kann „Stop Stalking“ nur Täter aus dem Berliner Raum beraten. Demnächst, so hoffen die Experten, werden sie aber auch bundesweit eine Online-Beratung anbieten können.


Text:
Birgit Loff

Homepage Stop Stalking

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