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Tanz- und Musikschulen durch Umsatzsteuerpflicht bedroht

2013 soll für private Tanz- und Balletschulen sowie Musikschulen die Befreiung von der Umsatzsteuerpflicht aufgehoben werden. Knackpunkte in der Begründung sind dabei einerseits ob Gewinne erzielt werden und andererseits ob die angebotenen Kurse auch als bloße Freizeitgestaltung deklariert werden können. Ist Gewinnerzielung das Ziel einer Tanzschule soll diese in Zukunft genauso Umsatzsteuer zahlen wie andere private Einrichtungen (wie z.B. Sportschulen). Der Deutsche  Berufsverband für Tanzpädagogik e. V. hält dagegen, dass der qualifizierte Unterricht in privaten Einrichtungen für die erfolgreiche
Berufsausbildung zum Tänzer bzw. zum Musiker bereits im Kindesalter unerlässlich ist und dass die Unterscheidung, ob ein Kurs reine Freizeitgestaltung oder Vorbereitung zur Berufsausbildung ist, daher ungeeignet ist. Außerdem weist der Verband darauf hin, dass Privatlehrer und private Einrichtungen unterschiedlich besteuert werden, also eine Ungleichbehandlung vorliegt. Während der Privatlehrer künftig ohne Einschränkungen steuerfreie Leistungen erbringt, sollen die gleichen Bildungsleistungen der privaten Institute steuerpflichtig sein.

Werden die Pläne durchgesetzt, ist zu befürchten, dass sich entweder private Kurse verteuern, da die Anbieter die 19% Umsatzsteuer auf die Kursgebühren umlegen dürften. Damit würde sich aber der Kreis derer, die sich solche Kurse leisten können, nochmals kleiner werden. Das wiederum steht im Gegensatz zu staatlich geförderten Kampagnen wie Tanzzeit Schule, die dazu dienen, Kinder und Jugendliche mehr für Tanz und Bewegung zu begeistern. Gehen aber immer weniger Kinder zu den angebotenen Kursen, weil diese nicht mehr finanzierbar sind, droht einigen Tanz-und Musikschulen sogar der Bankrott.
Wer gegen die geplante Änderung ist, kann sich über die Petition des Berufsverbands Tanzpädagogik hier informieren oder folgende Petition unterschreiben, dort steht auch ein lesenswertes Pro und Kontra zur geplanten Umsatzsteueränderung.

Foto: Helga Hauke/pixelio.de

 

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