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„Telefon!“ von Erik Heier

Erik Heier

Keiner ruft zurück, E-Mails werden nicht beantwortet, Entscheidungen jahrelang verschleppt. Wenn man den vier grünen Stadträten glauben darf, die vergangene Woche ihrem Frust gemeinschaftlich Luft machten, dann geht es im Landesamt für Gesundheit und Soziales in der Flüchtlingskrise nach wie vor drunter und drüber. So hätten mehr als die Hälfte der gut 550 Beamten und Pensionäre, die von den Bezirken im Lageso aushelfen wollen, dort immer noch keinen Arbeitsplatz bekommen. Ein Beachvolleyballhallen-Betreiber, der die Halle dem Amt als Flüchtlingsunterkunft angeboten hatte, sei drei Monate lang nicht zurückgerufen worden. Und als der Sozialstadtrat von Mitte, Stephan von Dassel, versucht habe, dem Lageso 256 Flüchtlingsplätze für 18 Euro pro Bett anzudienen, deutlich unter dem 50-Euro-Höchtsatz des Amtes, sei er gescheitert: „Wir erreichen beim Lageso einfach niemanden.“ Die nächste große Herausforderung besteht allerdings nicht nur darin, im Lageso den Gebrauch von Telefonen wieder einzuführen, sondern parallel zur Erstversorgung der Flüchtlinge ihre Integration in den Arbeitsmarkt zu planen, Wohnungen und Schulen zu bauen. Die Entscheidungen dafür müssten jetzt getroffen werden, nicht erst in einigen Monaten. Parallel zur Erstversorgung. Darunter könnten auch „unperfekte“ Entscheidungen sein, wie Pankows Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner sagt.  „Alle Entscheidungen sind taussendmal besser als keine Entscheidungen.“ Genau.

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