Theater

10 Jahre 100° Berlin Festival

/100Grad_Berlin_2013Im vorletzten Jahr sind Sie bei 100° Berlin mit der Formation „copy & waste“ gestartet, jetzt treten Sie im Autorenteam mit Gerhild Steinbuch an. Über 90 Gruppen an vier Tagen im Stundentakt, Theater am Fließband: Warum setzt man sich dem aus? JÖRG ALBRECHT In der Festival-Atmosphäre von 100° entsteht ein Moment von Verdichtung. In kurzer Zeit entsteht ein großes Panorama, man kann in vieles reinschauen, was in der Freien Szene an Formaten und Künstlern nachwächst. Auch die Verbindung zwischen den Sophiensжlen und dem HAU ist wichtig: Man steht gemeinsam für die Freie Szene. In Berlin ist die Überforderung beim Theaterangebot doch immer Programm, man hat nun einmal nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung, die man im Theater verbringen kann. Das 100°-Publikum hat eine große Offenheit – und braucht es auch, weil man natürlich meistens nicht weiß, was einen erwartet. Es gibt ausgeklügelte, fertige Formate, aber teilweise entstehen die Sachen spontan, rough und am Abend vorher. Mit großer Liebe zum Live-Moment. Übrigens haben wir „copy & waste“ nach unserer ersten gemeinsamen Arbeit für das 100° Festival 2007 gegründet.

In diesem Jahr treten Sie nicht als Kollektiv auf, sondern zeigen gemeinsam mit Ihrer Dramatiker-Kollegin Gerhild Steinbuch „Friendship Is – Eine Besichtigungstour durch Ponyville“. Wo liegt Ponyville denn?
Ich glaub im Internet (lacht). Ich kenne Gerhild schon sehr lange und wir waren beide von der Comicserie „My Little Pony – Friendship Is Magic“ fasziniert. Figuren, die wir aus unserer Kindheit kannten, die jetzt aber eine erwachsene Fangemeinde im Internet haben. Letztes Jahr hat Anonymous Austria mehrere Web-Seiten gehackt und durch Bilder dieser Ponys ersetzt, mit antifaschistischen oder antikapitalistischen Slogans. Uns hat interessiert, wie diese Ponys – ähnlich wie die Guy-Fawkes-Maske – zu einem Zeichen, zu Figuren werden.

Was wünschen Sie 100° Berlin zum 10. Geburtstag?
Dass es ein Nachwuchsfestival bleibt und kein reiner Marktplatz wird. Dass es seine Frische behält und neben den fertigen Arbeiten auch immer Platz hat für das ganz Roughe, was gerade erst entstanden ist.     

Interview: Anja Quickert
Foto: Kira Kirsch


100° Berlin 2013
Programm als PDF
21.–24.02.,
HAU 1–3,, Sophiensжle,
Infos und Tickets: 259 004 27

 

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