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Musiktheater

„Affe“ die Bühnenadaption von Peter Fox’ gefeiertem Album „Stadtaffe“

Schwarz zu Blau: Das fulminante Stück „Affe“ setzt Peter Fox’ gefeiertes  Album „Stadtaffe“ kongenial in Szene

Foto: Matthias Heyde
Foto: Matthias Heyde

Berlin – ein Affenkäfig. Zumindest in dem Musiktheater (Ausstattung: ­Michael Graessner), das Fabian Gerhardt zum Libretto von John von Düffel in der Neuköllner Oper als „Ein Trip mit den Songs von Peter Fox“ inszeniert hat.
Eine Strickleiter hängt quer über der Bühne, immer wieder wird sie von den Pro­tagonisten wie von Primaten beturnt. Eine überdimensionale Steckdose gibt es auch, denn hier stehen alle unter Strom. „Alles is bunt, laut und blinkt, Stadt voller Affen is voll und stinkt …“

Einer dieser Stadtprimaten ist gerade abgestürzt. F. (flirrend intensiv gespielt von Anton Weil) erwacht nach einer exzessiven Partynacht ohne Handy, Ausweis und Erinnerung in einer Klinik. Surreale Flash­backs zwischen Realität und Fiebertraum führen ihn (und uns) in das Geschehen dieser Nacht zurück: Streit mit Freundin Lea (kühl: Amy Benkenstein), eine geheimnisvolle Nachbarin stalkt ihn (lasziv: Rubini Zöllner), der alte Kumpel Zaza (kraftvoll: Sohel Altan Gol) gibt ihm irgendwelche Pillen und pfeift sich auch selbst zu viele ein.
Irgendwann verschwimmt auch für uns Zuschauer der Unterschied zwischen Traum und Rea­lität, wir fühlen uns selbst euphorisiert wie in einer durchzechten Nacht. „Die Party ist gelungen, wir sind taub und blind …“

Die musikalischen Arrangements bleiben dicht am Original, obwohl man hier nicht wie Fox das Deutsche Filmorchester Babelsberg zur Verfügung hat, sondern nur eine sechsköpfige Band. Kein Wunder, gehört der versierte musikalische Leiter Fred Sauer doch selbst zu Fox‘ Live-Band.  Wirksam baut Regisseur und Co-Autor Gerhardt eine eigenständige Geschichte um die großartigen Songs, und macht daraus ein Musiktheater, von dem Peter Fox vermutlich gar nicht wusste, dass er es geschrieben hat. Kongenial.

Neuköllner Oper Do 15.– So 18, Do 22./Fr 23., Mo 26., Di 29., Sa 31.12., Di 3.–Do 5.1., 20 Uhr, Eintritt 16–25, erm. 9 €. (leider nur noch Restkarten an der Abendkasse)

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