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„Aggressiver Vorgang“ von Peter Laudenbach

Peter Laudenbach

Die Berufung des Tate-Modern-Direktors Chris Dercon zum Castorf-Nachfolger an der Volksbühne sorgt für rege Aus­einandersetzungen. Kultur­staats­sekretär Tim Renner sagte im tip-Interview, er könne keinen Konflikt mit dem Bund erkennen. Nun, Bundeskultur­ministerin Grütters sieht das anders. Sie kritisiert öffentlich, dass Berlin mit Dercon neuer Mehrsparten-Volksbühne eine „Doppel­struk­tur“ zu Bundes­einrichtun­gen wie den Festspielen schaffe. Die Ministerin ist darüber nicht erfreut.
Auch Thomas Oberender, der Intendant der Berliner Fest­spiele, zeigt sich irritiert: „Ich glaube, dass der Vorgang der Stadt Berlin relativ aggressiv ist. Eine Umwandlung eines Künstler­theaters in so ein Kunst-Cluster vorzunehmen, das ist sehr dicht an dem, was wir in den letzten Jahren angefangen haben, an den Berliner Fest­spielen. Das ist aber vielleicht für das HAU noch das viel größere Problem als für die Berliner Fest­spiele. Es ver­ändert die gesamte Berliner Kulturlandschaft„, analysiert Ober­ender in einem Radio-­Inter­view. Im Gegen­satz zu Renner hat er ein Bewusst­sein dafür, was die Volks­bühne zu einem so besonderen Ort macht: „Diese Art von gebrochenem Glamour, die das Haus hergestellt hat und die eigentlich für mich bis heute was sehr Berlinerisches ist, das werde ich vermissen. Ich werde aber auch die Intelligenz vermissen.“ Wir auch.“

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