Theater

Akram Khans „Gnosis“ bei Tanz im August 2012

AkramKhanVielleicht ist Akram Khan der schnellste Tänzer der zeitgenössischen Tanzszene. Akram Khan tanzt nicht nur eine einmalige Verbindung von traditionellem indischen Kathak und zeitgenössischem Tanz – seine Bewegungen sind von einer Schönheit, Virtuosität und Musikalität, die ihresgleichen sucht. Im modernen Tanz, so sagt Khan selbst, seien Tanz und Musik voneinander getrennte Kunstformen, die man beliebig ineinander fügen könne. Im Kathak dagegen sei es unmöglich, dass ein Tänzer zu Musik vom Band auftrete, weil der Musiker zugleich auch Tänzer und der Tänzer auch Musiker sei.

Beim Tanz im August wird Khan im HAU 1 mit „Gnosis“ zum ersten Mal seit Langem wieder zwei seiner großen Kathak-Soli präsentieren. Mit einer Partnerin folgt dann eine Legende aus dem indischen Nationalepos „Mahabharata“. Kathak kann so etwas. Es ist ein Tanz, der auf abstrakte Weise große Epen erzählt und atmosphärisch durchdringt.
Und für Akram Khan ist das „Mahabharata“ ein Lebensthema. In seiner Kindheit lernte der britisch-bengalische Meistertänzer und Choreograf – weil die Mutter ihn mit seinen indischen Wurzeln vertraut machen wollte – bei Sri Pratap Pawar den 500 Jahre alten indischen Kathak-Tanz.

In seiner Jugend trat er in Peter Brooks legendärer „Mahabharata“-Inszenierung auf. Mit 20 Jahren begann er modernen westlichen Tanz zu studieren, mit 25 Jahren entstand sein erstes eigenes Stück, das gleich mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde. Khan hat den schnellen Aufstieg verkraftet. Zuletzt hat er mit Ballerinen-Legende Sylvie Guillem im Duett getanzt. Jetzt ist er endlich wieder  in Berlin zu sehen.    

Text: Michaela Schlagenwerth
Foto: Richard Haughton

Gnosis
im HAU 1,
22. und 23.8., 19.30 Uhr,
Karten-Tel. 25 90 04 27

TANZ IM AUGUST – ÜBERSICHT DER STÜCKE

ERÖFFNUNGSSTÜCK „MIRROR AND MUSIC“

SIDE-SHOW BEI TANZ IM AUGUST

DRUGS KEPT ME ALIVE 

 

Mehr über Cookies erfahren