Theater

Alban Bergs „Lulu“ in der Staatsoper

Lulu_c_Bernd_UhligAndrea Breths Inszenierung von Alban Bergs „Wozzeck“ an der Staatsoper im Schiller Theater unter der musikalischen Leitung von Daniel Barenboim war ein Höhepunkt der vergangenen Spielzeit: psychologisch genau, konzentriert und berührend in der szenischen Reduktion. Jetzt inszeniert Breth an der Staatsoper Bergs „Lulu“, und auch diesmal dirigiert Daniel Barenboim die Staatskapelle. Die zweite Oper Alban Bergs ist angelehnt an Frank Wedekinds Schauspiel, das mit der Figur der Lulu die Männerfantasie einer Männer verschlingenden weiblichen Sexualität ins Monströse vergrößert.

War „Wozzeck“ die erste rein atonale Oper der Musikgeschichte, hat Berg bei „Lulu“ seine Mittel radikalisiert. „Die Oper ,Lulu‘ gehört zu den Werken, die ihre ganze Qualität desto mehr erweisen, je länger und tiefer man sich in sie versenkt (…) Der Zirkusstil gestattet Berg, eine Neigung auszuleben, die im Wozzeck eben sich regte, den Hang zum Skurrilen (…) Das neunzehnte Jahrhundert, aus dessen Maschinenhöhlen Vorgänge und Figuren heraufdrängen, ist zur beängstigenden Urwelt geworden“, schreibt der Berg-Bewunderer Adorno über das letzte große Werk des Komponisten.     

Text: Peter Laudenbach
Probenfoto: Bernd Uhlig

Lulu
Staatsoper im Schiller Theater,
Premiere: 31.3., 19 Uhr; weitere Termine u.a. 4., 11., 14.4., 19 Uhr, 9.4., 16 Uhr,
Karten-Tel. 20 35 45 55

PORTRÄT DANIEL BARENBOIM

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