Theater

„Also sprach Zarathustra“ an der Schaubühne

Zarathustra_c_HeikoSchaeferFür Friedrich Nietzsches Großbehauptung, der Mensch sei nur ein Zwischenglied zwischen Affe und Übermensch, findet Patrick Wengenroth im Studio der Schaubühne eine hübsche Übersetzung: Er steckt die bedauernswerten Darsteller in Affenkostüme, in denen sie dann vor einem neckischen Felsbrocken, der wohl für Nietzsches Sils Maria steht, Philosophie auf Primaten-Niveau von sich geben.

Wengenroth inszeniert im Studio der Schaubühne fröhlich-belanglosen Trash unter der Überschrift „Also sprach Zarathustra“. Mit Nietzsches radikalem Denken hat das, auch wenn sich der Abend an Nietzsche-Zitaten, Nietzsche-Paraphrasen, Nietzsche-Parodien und Nietzsche-Kopien entlanghangelt, etwa so viel tun wie Nietzsches Affen mit seiner Philosophie. Am lustigsten ist Wengenroth selbst, der zum Intro als schwer depressives Nietzsche-Double über die Bühne schlurft, später etwas irritiert Nietzsche vorliest („Der Mann soll zum Krieger erzogen werden und das Weib zur Erholung des Kriegers“) und am Ende als rosa kostümierte Matrone zu Zappas „Bobby Brown“ heiteren Quatsch singt: „Vom Regieführen habe ich dicke Eier, die sind größer als bei Lösch und Thomas Ostermeier.“   

Text: Peter Laudenbach
Foto: Heiko Schäfer
tip-Bewertung: Uninteressant

Also sprach Zarathustra
Schaubühne Studio,
z.B. 9.2., 20 Uhr; 11.2., 21.–23.2., 20.30 Uhr,
Karten-Tel. 89 00 23

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